«Dieci al Lago» in Rapperswil: Es ist deutlich besser als im Internet bewertet

Die Kunst liegt im Weglassen. Dies zeigen einige Klassiker der italienischen Küche. Zum Beispiel Cacio e pepe: Dieses Gericht besteht nur aus Pasta, Pecorino, geröstetem Pfeffer und Pastawasser. Eine besonders gelungene Variante davon bekomme ich im «Dieci al Lago».
Überhaupt habe ich die Pasta aus dieser Küche stets gern gegessen. Sie ist immer auf den Punkt gekocht und wird mit feinen Saucen und viel «Italianità» zubereitet. Die Netz-Community widerspricht dem: Sie straft das «Dieci al Lago» mit 3,8 Sternen auf Google und 3,0 auf Tripadvisor als eines der schlechtesten Lokale der Stadt ab. In den Rezensionen berichten Gäste von unfreundlichen Kellnern und langen Wartezeiten. In einigen Kommentaren steht, die Qualität des Essens habe in den letzten Jahren nachgelassen.
Davon merke ich vorerst nichts – denn meine al dente gekochten Spaghettone Cacio e pepe (29.- Franken) schmecken wunderbar. Derweil dippt meine Begleiterin Artischockenblätter in Sauerrahm (26 Franken). Diese Vorspeise sei gut, sagt sie. Aber beim Italiener hätte sie lieber eine italienische Version dieses Gemüses gehabt und keinen «St.Tropez Style», den man locker auch zu Hause machen kann. Hierzu ein Tipp: Die besten italienischen Artischockengerichte, die ich kenne, gibt es in der «Taverne da Angelo» an der Badenerstrasse in Zürich.