Zecken fühlen sich immer wohler in Graubünden
von Manuela Meuli und Elea Bank
Im Wald und im hohen Gras am Waldrand fühlen sich Zecken so richtig wohl. Doch sie breiten sich immer mehr aus, wie der Zeckenforscher und Vizepräsident der Liga für Zeckenkranke Schweiz, Werner Tischhauser, bestätigt: «Mit höheren Durchschnittstemperaturen steigt auch das mögliche Verbreitungsareal der Zecken in höhere Lagen.» Besonders in diesen Lagen wachsen die Waldränder oft in Weiden hinein, wodurch die Waldfläche zunimmt. Solche landschaftlichen Veränderungen sind in der ganzen Schweiz zu beobachten. Zecken ernähren sich nicht nur von uns Menschen. Ein wichtiger Faktor sind ausserdem die Wildtiere, von denen es genug im Wald hat.
Infolge all dieser Voraussetzungen fühlen sich Zecken immer wohler in Graubünden. «Wenn es ein bisschen wechselfeucht ist, nicht allzu trocken ist und Wildtiere hat, dann könnten Zecken bis zur Waldgrenze gefunden werden», meint Tischhauser. Je höher man sei, desto grösser wäre aber der Zufall, dort auf eine Zecke zu stossen.
Mehr Kontakt zwischen Menschen und Zecken
Weil die kleinen Tiere sich immer mehr ausbreiten, kommt es auch zu mehr Zeckenstichen. Laut aktuellen Zahlen der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) haben die Fälle in den letzten fünf Jahren um 40 Prozent zugenommen. Diese Zahlen sind aber mit Vorbehalt zu betrachten, wie Werner Tischhauser sagt: «Das sind nur die Fälle, die gemeldet werden, bei denen die Menschen mit Zeckenstichen zum Arzt gegangen sind. Diese Zahlen werden anschliessend auf die ganze Schweiz hochgerechnet.» Der Graubereich sei hier sehr gross, da noch viel mehr Zeckenstiche passieren könnten. «Diese Zahl sagt nicht so viel aus. Ausser, dass es häufiger zu Kontakt zwischen Menschen und Zecken kommt.»