Wie viel blutt geht in Graubünden?
Eins vorweg: Verboten ist den Bündnerinnen und Bündner in dieser Beziehung gar nichts. Ob nackt in der Badi, nackt am Fluss, nackt am See, nackt auf dem Balkon – alles ist erlaubt. Mit Einschränkungen selbstverständlich. Erlaubt sei nur alles, so lange mit der Nacktheit nicht bewusst provoziert werde, erklärt Anita Senti, Mediensprecherin von der Kantonspolizei Graubünden. «Sexuelle Belästigung oder der Vorsatz einer sexuellen Handlung darf nicht gegeben sein.»
Sitte und Anstand
Ein Gesetz, welches unanständiges Benehmen in der Öffentlichkeit verbietet, gibt es im Unterschied zum veralteten Genfer Oben ohne-Verbot in fast allen Kantonen. Und seit dem Bundesgerichtsurteil zu den Nacktwanderern steht auch fest: Nacktwandern wird als grobe Verletzung von Sitte und Anstand qualifiziert.
In einem gesunden Rahmen
Zurück zu den halb nackten Wasserratten. Dürfen Frauen oben ohne in die Churer Badis Obere Au und Sand? «Oben ohne ist grundsätzlich nicht verboten und wird von uns geduldet», sagt Markus Giger, Leiter Sportanlagen der Stadt Chur. «Natürlich immer in einem ‹gesunden› Rahmen …»
Von den Churer Schwimmbädern zum Caumasee in Flims. Eine Anfrage bei der Gemeinde betreffend fehlendem Bikinioberteil ergibt Folgendes: «Die Gemeinde Flims kennt kein Gesetz, das Oben-ohne -schwimmen oder in der Sonne liegen verbietet», sagt der Flimser Gemeindeschreiber Martin Kuratli. «Obenohne kommt aber selten vor.»