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Leben & Freizeit

«Veränderter Alltag»

Denise Erni
04.04.2020, 04:30 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

«Im Moment bin ich gar nicht mehr in den klinischen Alltag involviert, da ich vor allem sehr viele organisatorische Dinge zu erledigen habe, weil wir am nächsten Montag die neue Intensivstation im Neubau zusätzlich in Betrieb nehmen. Dazu gibt es verschiedene Konzepte zu erstellen und Fragen zu beantworten: Fragen nach Material, Prozessen und jene nach dem Personal: Wie viel Personal ist notwendig, damit wir die neue IPS überhaupt betreiben können? Finden wir genügend Fachpersonal? Zehn zusätzliche Ärzte und 40 zusätzliche Pflegefachpersonen sind notwendig, damit wir alle Betten auf der neuen IPS betreiben können. Geplant ist, dass auf der bisherigen IPS dann primär Covid-19-Patienten behandelt werden, aber all das ist auch abhängig von der Anzahl Patienten. Ist diese ‹alte› Station voll belegt, werden auch auf der neuen IPS Covid-19-Patienten behandelt.

Der Krankheitsverlauf dieser Covid-19-Patienten mit Lungenversagen scheint recht stereotyp. Eine der grössten Herausforderungen in der Behandlung ist der Pflegeaufwand für jeden einzelnen Patienten. Dieser ist extrem hoch, weil die Pateinten aufgrund des Lungenversagens hochfragil sind und wirklich intensive Betreuung brauchen. Alle 16 Stunden drehen wir die Patienten in den ersten Tagen der Behandlung von der Rücken- in die Bauchlage. Dafür braucht es vier Personen und der Prozess dauert rund eine halbe Stunde – pro Patient. Covid-19-Patienten bleiben im Gegensatz zu anderen Patienten wie Herzinfarkt- und Hirnschlag-Patienten verhältnismässig lange auf der Intensivstation. Für uns als Team bedeutet das immer wieder aufs Neue: Instruktion und Training der einheitlichen persönlichen Schutzmassnahmen. Angst, angesteckt zu werden, habe ich selber keine. Ich wünsche mir aber dass niemand aus dem Team krank wird.»

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