So (schlecht) schlägt sich eine Automatikfahrerin
Lange wurde darüber diskutiert, jetzt ist der Tag gekommen. Seit 1. Februar dürfen auch auf Automatik gelernte Autofahrer handgeschaltete Autos fahren. Gemäss Bundesamt für Strassen kann die entsprechende Änderung im Ausweis beim Strassenverkehrsamt veranlasst werden. Lediglich bei gesundheitlichen Problemen (bspw. bei Personen, die die Kupplung nicht bedienen können) ist dies nicht möglich.
Mir, als Besitzerin eines handgeschalteten Autos, treibt diese Vorstellung Schweissperlen auf die Stirn. Ok, primär darum, weil ich doch tatsächlich RSO-Moderatorin Ramona Brüniger ans Steuer lasse. Die gute Dame machte ihren Fahrausweis mit einem «Automaten». Sie ist echt eine Sympathische, aber Fridolin – ja, so heisst mein Auto – ist mir heilig! Seis drum, was haben wir zu Hause schliesslich gelernt? Wir geben jedem eine Chance!
«Aaaaaaaaah!»
Ramona wirkt beim Einsteigen ins Auto nervös. Ich bin es ebenfalls. Zunächst stellt Ramona ein paar lustige Fragen. Kein Wunder bei so vielen Pedalen. Ich versuche, mir meine Panik nicht ansehen zu lassen, rufe unserer Kamerafrau zur Sicherheit aber nochmals zu, dass sie doch besser etwas weiter weg von der Fahrbahn Platz nimmt, um das Spektakel zu filmen. Sicher ist sicher!
Ramona lasse ich mal probieren. Mein Fridolin wird hoffentlich nicht sogleich in Flammen aufgehen. Ramona startet den Motor, es ruckelt – und fertig. Ok, nun versuche ich es mit einer «Bedienungsanleitung». Gar nicht so einfach. Die Abläufe sind bei mir automatisiert. Wie treffend.
Und dann der nächste Schreck – jetzt muss geschaltet werden. Bei voller Fahrt – ok, im Schritttempo – erkläre ich ihr im Eiltempo, wie man in den zweiten Gang schaltet. Schon folgt die nächste Hürde. Himmel, meine Nerven! Das Ausfahrtstor der Garage kommt näher, Ramona muss bremsen! Sie ist «tiffig» mit lernen und hält wenige Meter vor der dem Tor. Puuhh. Ich atme sichtlich erleichtert aus.
Ohne Fahrstunden wirds wohl gefährlich
Platzwechsel. Ich traue ihr die Fahrt aus der Garage noch nicht oder nicht mehr zu. Wenige Sekunden später stehen wir auf dem Aussenparkplatz des Medienhauses und wechseln erneut den Platz. Mal schauen, ob wir eine Runde ums Haus drehen können. Und tatsächlich: Ramona fährt! Und sie macht sich nicht schlecht. Als wir nach zwei Runden zum Retourfahren ansetzen, kommt die nächste Hürde. Offenbar ist es schwieriger als das Anfahren. Es ruckelt ein paar Mal heftig und wir stehen. Nach zwei weiteren Versuchen klappts dann reibungslos.
Ich bin zwar sichtlich froh, dass mein Auto noch ganz ist, gleichzeitig aber auch durchgeschwitzt. Nach nur gerade mal zehn Minuten! Gesetz hin oder her: Ich empfehle Ramona noch mindestens ein/zwei Fahrstunden und parkiere mein Auto wieder ein. Und Ramona? Sie wirkt merklich erleichtert und gibt offen zu, dass sie sich definitiv nicht trauen würde, ohne zusätzliche Fahrstunden auf der Strasse zu fahren.
Findet Ihr das neue Gesetz gut?