Schierser Verkehrssperre für illegal erklärt
Vergangene Woche hat die Gemeinde Schiers für Schlagzeilen gesorgt. Die Schierser Gemeindebehörden haben die Ausfahrt Schiers Ost am Sonntagnachmittag kurzerhand für mehrere Stunden gesperrt. Dies als Massnahme, um dem touristischen Rückreiseverkehr und dem damit verbundenen immensen Stau entgegenzuwirken.
Wir berichteten:
Schierser bewältigen das Verkehrschaos auf eigene Faust
Entscheidung getroffen
Nun steht fest, dass die Aktion der Gemeinde illegal war. Zu diesem Entschluss kommen das Tiefbauamt Graubünden, die Kantonspolizei und das Bundesamt für Strassen (Astra), wie «srf.ch» berichtet. Da die Ausfahrt zu einer Nationalstrasse gehört, schalteten sich die drei Behörden ein und entschieden nach tagelanger Überlegungen, dass die Ausfahrt Schiers trotz Stau nicht mehr eigenhändig gesperrt werden darf.
Die Kantonspolizei Graubünden kommt der Prättigauer Gemeinde aber einen kleinen Schritt entgegen. Wie Anita Senti, Leiterin Kommunikation der Kantonspolizei Graubünden, gegenüber «srf.ch» erklärt, darf die Zufahrt, also die Kantonsstrasse nach Schiers in den Dorfkern bei grossem Verkehrsaufkommen und Rückstau gesperrt werden. Dies habe damit zu tun, dass Schiers über ein Spital verfüge und der Dorfkern so eng sei, dass sich Fahrzeuge dort kaum kreuzen könnten.
Neue Pläne
Der Schierser Gemeindepräsident Ueli Thöny ist trotz dem Beschluss zufrieden, wie er gegenüber «srf.ch» betont. Er sieht die Aktion vor allem als einen Weckruf. Wenn es nach ihm geht, müssten das Tiefbauamt und das Astra jetzt handeln, damit sich solche Aktionen nicht ausweiteten. Ihm schweben auch schon neue Ideen vor, um das Verkehrschaos in den Griff zu bekommen. Etwa ein Tröpfchen-System, welches vorsieht, dass die Autos ostwärts vom Dorf gruppenweise durchgelassen werden. (paa)