Richisau: Natur und Geschichte, die verpflichtet
Das Gebimmel von Kuhglocken mischt sich mit den jazzigen Alphornklängen des Echos vom Zürihorn. Christian Portmann, Präsident der Kamm-Menzi-Stiftung, strahlt ob der über 100 Gäste, die ins «Richis-au» gekommen sind. Alle feiern das 30-Jahr-Jubiläum des 1987 eröffneten Gasthauses. «Es ist nicht selbstverständlich, was diese Familienstiftung an diesem besonderen Ort leistet», überbringt Gemeindepräsident Christian Marti die Grüsse des Gemeinderates von Glarus.
Fritz Marti, alt Oberförster des Kantons Glarus, erklärt, was es mit dem Ahornhain auf sich hat, der das Geheimnis der Natur im Richisau ausmacht. In früheren Jahren sei das Laub der Bergahorne in den Wiesen und Weiden geschätzt worden, weil es von den Bauern als Streue genutzt wurde. Wegen der Umstellung auf Stroh verloren sie diese Funktion. Die Bäume verschwanden vielerorts von den Wiesen. Nicht so im Richisau.
Das Erbe bewahren und pflegen
«Wir haben das Glück, dass die Eigentümer den Wert dieser Ahorne schon früh erkannt haben», so Fritz Marti über die Familie Kamm und ihre Stiftung. Dank der steten Neuanpflanzungen haben die «Ahornpersönlichkeiten» eine Zukunft, so die Tochter des Stiftungsgründers. Der Neubau des Gasthauses auf den Fundamenten des 1915 zerstörten Kurhauses «Richisau» sei für die Familienstiftung kein leichter Entscheid gewesen.
Um so konsequenter pflegt sie das Erbe des Ortes, der seit dem 17. Jahrhundert viele Künstler anzieht. Schon 1982 setzte die Familie Kamm mit dem blauen Stein von Karl Prantl, der im Ahornhain steht, diese Tradition fort. «Es gilt, das Richisau als Landschaft und Begegnungsort für Menschen zu erhalten», blickt Portmann in die Zukunft.