Mit der weissen Pracht kommt auch die Gefahr
Der Wintereinbruch ist nun fast im ganzen Kanton zu spüren und dank dem Schneefall auch zu sehen. Seit dieser Woche gehören gesperrte Pässe und schneebedeckte Fahrbahnen vor allem für Bündner in den südlicheren und höhergelegenen Regionen wieder zum Alltag.
In eben diesen Regionen birgt der Schnee bereits Gefahren. Bestens über die aktuelle Lawinengefahr Bescheid weiss Célia Lucas, Lawinenwarnerin am Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF. «Im Süden hatte es bereits viel Schnee und nun kam eine weitere Schicht dazu», so Lucas gegenüber Radio Südostschweiz. 50 bis 70 Zentimeter liegen dort mittlerweile. Deshalb herrsche in den Bündner Südtälern und dem Alpenhauptkamm – vom Lukmanierpass bis Zernez – tatsächlich erhebliche Lawinengefahr. In den restlichen Regionen Graubündens ist die Gefahr mässig hoch. Dort liegen aktuell zwischen 30 bis 40 Zentimeter Schnee.
Vor allem über 2400 Meter über Meer hat sich der Schnee angehäuft. Das heisse jedoch nicht, dass unter dieser Grenze keine Lawinen ausgelöst werden könnten, so Lucas. Spontane Lawinen erwarte man jedoch momentan keine. «Die Lawinen können aber vor allem durch eine Zusatzbelastung ausgelöst werden. Beispielsweise wenn ein Tourengänger im Gelände ist oder durch Sprengungen in Skigebieten.»
In den nächsten Tagen könnte sich die Lawinengefahr noch erhöhen, denn es sind weitere Schneefälle angesagt. «Die nächstgrössere Front meldet sich für den Freitag an», so Lucas. Wie viel Schnee dann genau fallen wird, könne noch nicht genau vorhergesagt werden. «Der Winter ist aber definitiv da.» (rac)