Mit Briketts gegen den Frost
Wie schützt ein Weinbauer seine Reben vor dem Frost? Erste Tests im letzten Jahr ergaben, Frostkerzen oder Warmluftgebläse sind ineffizient. Mit 300 Kerzen auf einem Hektar Land konnte lediglich eine Temperaturerwärmung von 0 bis 0,5 Grad erzielt werden. Mit doppelt so vielen Kerzen waren es 0,5 bis 1 Grad. Das Resultat sei ernüchternd, meint Rebbaukommissär Hans Jüstrich gegenüber Radio Südostschweiz. Trotzdem geben die Verantwortlichen nicht auf.
Im vergangenen Jahr konnten die Tests nicht abgeschlossen werden. Deshalb macht man in diesem Jahr weiter – diesmal aber mit einem neuen System. Um den Reben auf einer Fläche von 25 Aaren einzuheizen, setzen die Experten neu auf schwarze Briketts. Dabei bilden jeweils zehn Briketts einen Stapel. Woraufhin diese auf der Fläche verteilt und angezündet werden. Um realitätsgetreue Resultate zu messen, wären Nachttemperaturen von unter null Grad und ein wolkenloser Himmel ideal. Hochgerechnet auf eine Fläche von einem Hektar erhofft sich so der Rebbaukommissär einen Temperaturanstieg von mindestens ein bis zwei Grad.
«Wenn die ganze Aktion mit den Briketts nicht effektiv genug ist, so bleiben den Weinbauern zwei Optionen», erklärt Jüstrich. Erstens, die Winzer schneiden Frostruten, also zusätzliche Triebe, an und binden diese runter. Zweitens, sie schliessen eine Versicherung gegen Hagel und Frostschutz ab.