Millionenprojekt der SBB geht in die heisse Phase
Die ersten Anzeichen für das geplante Megaprojekt der SBB sind schon seit einiger Zeit sichtbar: An den Gleisen zwischen Uznach und Schmerikon stehen unzählige bunt gekennzeichnete Holzpflöcke in der Wiese. Sie lassen die Dimensionen dieses 55-Millionen-Projekts erahnen. Geplant ist unter anderem ein Doppelspurausbau zwischen Uznach und Schmerikon auf einer Länge von 2,8 Kilometern. Das zweite Gleis soll einen dichteren Fahrplan ermöglichen.
63 Grundstücke betroffen
Nun kann sich die Öffentlichkeit von Rapperswil-Jona, Schmerikon und Uznach im Detail über das Projekt informieren. Seit Montag liegen die Pläne auf den dortigen Kanzleien auf. Wobei Pläne schon fast putzig klingt – angesichts der drei fetten Bundesordner, die in Uznach im Büro des Gemeindeschreibers Mario Fedi bereitliegen.
Was Betroffene am meisten interessieren dürfte, ist der Landbedarf, den die SBB beziehungsweise die Bauherrin, das Bundesamt für Verkehr (BAV), für den Ausbau auf die Doppelspur zwischen Uznach und Schmerikon berechnen. Gemäss den Projektunterlagen sind 63 Grundstücke von 40 Grundeigentümern betroffen.
Weniger als ein Fussballfeld …
Erstaunlicherweise hält sich der Landverschleiss aber in Grenzen – die Profile lassen einen viel höheren Bedarf erwarten. Unter dem Punkt «Land- und Rechtserwerb» wird in den Auflageunterlagen mit 3252 Quadratmetern gerechnet. Das ist weniger als ein Fussballfeld, das circa 5000 m² misst. Als «vorübergehender Landerwerb», also für die Bauplätze entlang der Strecke, sind 28 150 m² angegeben.
Den gravierendsten Einschnitt in Uznach müsste die Linthebene-Melioration in Kauf nehmen: 322 m². In Schmerikon ist es die Ortsgemeinde, sie müsste etwas über 600 m² Land abtreten. Beide Parteien waren nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Mit Einsprachen ist zu rechnen
Mit Einsprachen ist aber zu rechnen. Den Uzner Gemeindeschreiber Mario Fedi «würde es überraschen, wenn keine eingehen würden», wie er auf Anfrage sagt. Schliesslich würden sich – wenn auch minimal – Lärmquellen verschieben. Fedi ist aber überzeugt, dass die Uzner dem Öffentlichen Verkehr sehr aufgeschlossen begegnen. «Ich rechne deshalb nur mit einer überschaubaren Anzahl Einsprachen, die durchaus auch konstruktiver Art sein können.»
Mario Fedi: Ich rechne mit einer überschaubaren Anzahl Einsprachen, die auch konstruktiver Art sein können.»
Ähnliche Stimmen gibt es auch aus Schmerikon. Gemeindepräsident Félix Brunschwiler nennt jedoch Punkte, die zu Einsprachen führen könnten: Themen von öffentlichem Interesse seien etwa der nach dem Umbau vorgesehene Fahrplan mit den zu erwartenden Schrankenschliessungszeiten, eine ungenügende Perronlänge für den Halt des Voralpenexpress auf Gleis 2 oder die Planung der Gewässer-Unterführungen. «Diese Punkte werden von der Politischen Gemeinde sicher kritisch geprüft», sagt Brunschwiler.
Ausbau notwendig, aber …
Brunschwiler betont: «Wir erachten den Doppelspurausbau als notwendig.» Dies bedeute aber nicht, dass der Gemeinderat auf eine Einsprache verzichten werde. So will der Gemeinderat beispielsweise verhindern, dass der Voralpenexpress im Seedorf nicht mehr hält – das soll nämlich ab 2019 der Fall sein. «Es soll nicht ein Doppelspurprojekt realisiert werden, das den angedachten nachteiligen Fahrplan zementiert und jegliche Flexibilität verhindert», sagt Brunschwiler.
Félix Brunschwiler: Die Politischen Gemeinde wird einige Punkte sicherlich kritisch prüfen.»
Mit den Landbesitzern wird derzeit verhandelt. Sie können sich gegen eine Landinanspruchnahme des BAV zwar wehren, wie Mario Fedi erläutert. Nur: Das Eisenbahngesetz sehe wie das Strassengesetz auch als ultima ratio das Enteignungsverfahren vor. Was den Ausgang dieser Verfahren angeht, haben gemäss Fedi alle dieselben Chancen, seien es Körperschaften oder Privatpersonen. Die Auflage läuft bis Mittwoch, 24. Mai.