Für weniger Wildunfälle auf den Bündner Strassen
Jeder Autofahrer kennt die Umstellung von Sommer- auf Winterverhältnisse. Gerade auf Landstrassen ist die Gefahr für Unfälle im Winter um einiges höher. Der Bruchteil einer Sekunde reicht, dass ein Wildtier vor die Haube springt. Gegen Wildunfälle wird in Graubünden aber angekämpft und das mit Erfolg.
Nach Licht nur 40 km/h
Seit einigen Jahren werden im Kanton diverse Wildwarnanlagen eingesetzt. Sie sollen den Autofahrern mit Licht signalisieren, wenn Wild in der Nähe der Fahrbahn ist. Hannes Jenny, Wildbiologe beim Amt für Jagd und Fischerei, erklärt gegenüber Radio Südostschweiz: «Wildwarnanlagen sind fest installiert am Strassenrand. Sie suchen den Bereich zwischen Strassen und angrenzendem Umland mit Infrarot-Sensoren nach Tieren ab. Wenn ein Tier in die Nähe der Strasse kommt, wird ein Signal ausgelöst.» Danach gelte laut Hannes Jenny die Geschwindigkeitsbeschränkung von 40 km/h.
Das Amt für Jagd und Fischerei habe einige Anlagen aufgestellt, erklärt Jenny. Fünf Stück seien momentan fest installiert. «Wir haben aber auch temporäre Anlagen, die wir immer wieder einsetzen können. Sei es bei Baustellen im Sommer oder im Winter bei gefährlichem Wildwechsel.»
Grosse Erfolge
An den Stellen mit Wildwarnanlagen sei der Erfolg gross. «Dort haben wir eine deutlich bis starke Reduktion von Wildunfällen. Es ist wirklich eine Möglichkeit, die Wildunfallszahlen zu reduzieren.»
Nebst den Wildwarnanlagen gibt es eine zweite Möglichkeit der Reduktion. Sogenannte Wildwarner seien Anlagen, welche ein Pfeifsignal abgeben, sobald ein Wildtier in der Nähe der Strasse sei, erklärt Jenny. Diese seien jedoch ein kurzfristiges Mittel. «Wenn eine Anlage dauernd pfeift, gewöhnen sich die Tiere an den Ton und sind nicht mehr sinnvoll.»
Auf Wild müsse man als Autofahrer überall Rücksicht nehmen. Wildbiologe Jenny sagt dazu: «Man darf sich nie darauf verlassen, dass nur dort Gefahr besteht, wo Wildanlagen eingesetzt werden.» (nua)