Für mehr Abschüsse: Jagdbehörden öffnen Wildasyle
Obwohl die Bestände des Schalenwilds in Graubünden stabilisiert sind, ist laut dem Amt für Jagd und Fischerei weiterhin eine Regulation durch die Jagd nötig. Dies zeige der regional sehr unterschiedlich starke Einfluss des Wildes im Wald und in landwirtschaftlichen Kulturen. Vor allem die Hirsch- und Rehwildpopulationen müssten reguliert werden, damit sie nicht anwachsen. In einzelnen Regionen sollen die Populationen gar verkleinert werden. Dies müsse bei diesen sich stark vermehrenden Tierarten über den Abschuss von weiblichen Tieren erfolgen, heisst es in einer Mitteilung des Amtes.
Ziel der diesjährigen Jagdplanung sei es folglich, die Bestände so zu regulieren. Erkenntnisse aus einem Pilotprojekt, das bereits durchgeführt wurde, sollen dabei helfen diese sogenannte Hochjagdstrecke zu maximieren. So sollen verschiedene Wildschutzgebiete an den letzten beiden Tagen der ersten Hochjagdhälfte teilweise geöffnet werden. Die Jäger haben an diesen Tagen laut Mitteilung die Möglichkeit, in den geöffneten Bereichen der Wildschutzgebiete weibliche Tiere und Hirschspiesser unabhängig der Hornlänge zu bejagen.
Aufgrund des diesjährigen Abschussplans sind insgesamt 5560 Hirsche zu erlegen. Damit liegt der Abschussplan um 130 Tiere höher als im Vorjahr.
Weniger Jagd-Blei soll Vögel retten
In diesem Jahr wird einmalig eine umfassende Klärung über die Wirkung der Bündner Munition im Kaliber 10,3 Millimeter durchgeführt. Dies soll Aufschluss über die Tauglichkeit der diversen Produkte geben, die sich auf dem Markt befinden. Deshalb ist für alle Jäger das Ausfüllen der Abschussberichte für alle erlegten Schalenwildtiere obligatorisch.
So soll zudem die Verwendung bleifreier Munition evaluiert werden können. Da Bleirückstände in der Umwelt nachweislich zu Vergiftungen insbesondere bei Greifvögeln führen können, wird die Möglichkeit einer Umstellung auf bleifreie Munition geprüft. (so)