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Leben und Freizeit

Franz Caluori: «Die Churer Fast-Food-Lokale beleben das Geschäft»

In Chur gibt es immer mehr Fast-Food-Lokale. Gastro-Graubünden-Präsident Franz Sepp Caluori sieht das als Ansporn, um als Gastronomiebetrieb à jour zu bleiben. Ausserdem äussert er sich kritisch zum Wirtepatent.
04.10.2017, 04:30 Uhr
gestern um 12:10 Uhr

Franz Sepp Caluori gefällt die kulinarische Vielfalt in Graubünden. Als oberster Gastronom des Kantons beobachtet er die Entwicklungen seiner Branche besonders genau. Und steht dem Wachstumstrend der Fast-Food-Lokale sowohl kritisch wie auch offen gegenüber. «Dass es mehr Fast-Food-Lokale gibt, finde ich per se nicht schlecht. Aber es sollen nicht grad fünf, sechs von einer Kette sein», so Caluori.

Augen nicht verschliessen

Natürlich würden Fast-Food-Lokale eine Konkurrenz für klassische Lokale darstellen, hält Caluori fest. «Aber sie sprechen auch ein anderes, jüngeres Publikum an. Und Konkurrenz belebt das Geschäft.»

Dass Fast-Food-Lokale so beliebt sind, hängt aus Caluoris Sicht mit der immer schnelllebigeren Zeit zusammen. «Die Leute haben immer weniger Zeit.» Wer vor diesem Trend die Augen verschliesse, könne nicht überleben, so Caluori. Deshalb sieht er Fast-Food-Lokale als Ansporn, à jour zu bleiben. Als Ansporn zu erkennen, dass «auch wir etwas machen sollten.»

Grosse Vielfalt

Neben dem Wachstum im Fast-Food-Bereich ist Graubünden aber auch in der Spitzengastronomie an vorderster Front zu finden. Jüngstes Beispiel: die Auszeichnung von Sven Wassmer im Valser Restaurant «Silver» mit dem 18. Gault-Millau-Punkt. «Ich finde es gut, dass Graubünden Angebote in allen gastronomischen Bereichen hat», sagt Caluori zur gastronomischen Vielfalt. An vielen Tourismusorten gebe es sehr gute Lokale mit speziellem Ambiente und speziellen Produkten. «Die Mittelmässigkeit wird aussterben», sagt Caluori mit Blick in die gastronomische Zukunft.

«Grundausbildung ist wichtig»

Kritisch steht Caluori der Tatsache gegenüber, dass man in Graubünden kein Wirtepatent benötigt, um einen Gastronomiebetrieb zu eröffnen. «Ich setze mich in der Oktobersession im Grossen Rat dafür ein, dass künftige Gastronomen Grundregeln wie hygienische Massnahmen erlernen müssen», so CVP-Grossrat Caluori.

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