Entwarnung für Engadiner Seen
Das Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit hat zusammen mit dem Amt für Jagd und Fischerei sowie dem Amt für Natur und Umwelt das Muskelfleisch und die Leber von 70 Fischen analysiert. Die Proben stammen gemäss einer Kantonsmitteilung aus dem Silsersee, dem Lago Bianco und dem Lago Crocetta. Bei rund der Hälfte der untersuchten Fische wurden im Muskelfleisch Spuren von per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) nachgewiesen.
Bei 90 Prozent der Tiere war die Konzentration von PFAS in der Leber zehnmal höher als im Muskelfleisch. Die Fische im Oberengadin sind aber wesentlich weniger mit PFAS belastet als beispielsweise diejenigen im Bodensee, Genfersee oder Lago Maggiore. Der gelegentliche Verzehr von Fischmuskelfleisch stellt somit laut Mitteilung kein Risiko für die Gesundheit dar. Inwieweit sich die PFAS auf die Entwicklung und Reproduktion der Fische auswirkt, könne nicht beurteilt werden. Akute toxikologische Effekte auf die Tiere könnten aber ausgeschlossen werden.
Spuren im Trink- und Seewasser
Untersucht wurde auch das Trinkwasser. Auch dort wurden Spuren von PFAS gefunden. Die Werte liegen aber deutlich unter den zulässigen Höchstwerten des Bundes und der EU. Das Trinkwasser im Oberengadin stellt gemäss Mitteilung also kein Risiko für die Gesundheit der Bevölkerung dar. Auch in 35 untersuchten Wasserproben aus verschiedenen Tiefen der Seen konnte PFAS nachgewiesen werden. Die Konzentrationen liegen in der gleichen Grössenordnung wie Messungen aus anderen Schweizer Seen. Sie sind somit sehr gering.