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Leben und Freizeit

Ein himmeltrauriges Schicksal für 20 Franken und mehr

An den Bahnhöfen Chur und Landquart bittet ein junger Mann immer wieder um Geld. Was eigentlich verboten ist, wird zum Selbstläufer, denn so einfach machen es Bettler den Transportunternehmen SBB und RhB nicht.
Pierina Hassler (hap)
18.07.2017, 05:00 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Er brauche unbedingt 20 Franken für ein Billett nach Zürich, sagt ein bleicher junger Mann zu einer Frau mit grauem Rollkoffer. «Meine Mutter musste dort notfallmässig ins Spital», murmelt er mit tränenerstickter Stimme. Jetzt gerade habe er diese schreckliche Nachricht am Handy erfahren und müsse ganz schnell nach Zürich. «Meine EC-Karte liegt daheim auf dem Tisch, ich wäre Ihnen deshalb unendlich dankbar für die 20 Franken.»

Es braucht eine Anzeige

Mit solchen und ähnlichen Geschichten hat sich der Mann auf den SBB-Bahnhöfen Chur und Landquart schon hunderte von Franken ertrogen. Denn immer gibt es Leute, die ihm sein «trauriges Schicksal» glauben. Die Transportunternehmen SBB und RhB sind gegen solche Art von Bettelei machtlos. «Es braucht unbedingt eine Anzeige», sagt SBB-Sprecher Christian Ginsig. «Sonst können wir gar nichts machen.»

Viele Leute schämen sich

Das Problem an der Geschichte: Die Betrogenen schämen sich oft, dass sie solche Storys überhaupt glauben und erst noch Geld dafür zahlen. «Deshalb machen viele Leute aus Scham keine Anzeige», bestätigt RhB-Sprecher Simon Rageth. Er und sein SBB-Kollege Ginsig raten: «Sobald so etwas passiert, entweder die Transportpolizei oder die örtliche Polizei benachrichtigen.»

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