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Leben und Freizeit

Dreckschnee muss weg

Die Churer Schneedeponie muss um weltverträglicher werden. Dafür brauchts einen neuen Platz.
Ursina Straub (us)
12.05.2017, 08:00 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Der restliche Schnee in der Churer Schneedeponie schmilzt trotz höherer Temperaturen nur langsam. Die Schmutzschicht auf dem Schneehaufen am Reitnauerweg wirkt wie eine Isolation. Und dieser Schmutz ist auch das Problem: Der Feinstaub und die Schadstoffe im Schnee sickern mit der Schneeschmelze in den Boden und können das Grundwasser verunreinigen (Ausgabe vom 26. Januar).

Zwar wird ein Teil dieses Schmelzwassers von einer Drainage aufgefangen, wie Urs Crotta, Leiter Grün und Werkbetrieb, erklärt. «Aber eben nicht alles.» Die Stadt Chur muss deshalb eine umweltverträglichere Lösung suchen. «Dazu sind wir auch durchaus bereit», unterstreicht der zuständige Stadtrat Tom Leibundgut. Die Stadt Chur hat darum bereits vor einiger Zeit beim kantonalen Amt für Natur und Umwelt angefragt, wie die Schneedeponie zu optimieren sei. Nur hat die Stadt das Antwortschreiben wegen einer Panne nicht erhalten. Doch jetzt liegt die Antwort des Umweltamtes vor.

Lösung im nächsten Frühling

Die Auflagen des Umweltamtes verlangen, dass durch bauliche Massnahmen das Schmelzwasser aufgefangen und der Abwasserreinigungsanlage zugeführt wird. Das bedingt, dass die Schneedeponie auf einem neuen, befestigten Platz betrieben wird. Die Massnahmen müssen gemäss Stadtrat Leibundgut bis im Jahre 2019 umgesetzt werden. Vorgesehen ist, dass die Stadt im kommenden Frühling eine Lösung präsentiert.

Gemäss Crotta steht der Deponie heute eine Fläche von 5000 Quadratmetern zur Verfügung. «Ein Ziel ist es deshalb, die Fläche der Deponie deutlich zu verkleinern», so Crotta.

Der Schnee von Churs Strassen ist laut Remo Fehr, Vorsteher des Umweltamtes, vergleichsweise stark belastet. Einen Grund für die starke Verschmutzung sieht er in der hohen Verkehrsbelastung und der gleichzeitig relativ geringen Schneehöhe. Die Anforderungen von Bodenschutz- und Gewässerschutz könnten dadurch nicht eingehalten werden. «Die Schneedeponie, so wie sie heute auf der Bodenschicht betrieben wird, ist deshalb nicht gesetzeskonform», so Fehr. Der Ball liege nun bei der Stadt Chur.

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