Dieses Jahr wurden weniger Menschen wegen Zecken krank
Die Zahl der FSME und Borreliose-Fällen ist im aktuellen Jahr tiefer als im Vorjahr, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilt. Das liege unteranderem daran, dass es im Jahr 2020 deutlich mehr Fälle gegeben habe, als in den Jahren davor, sagt Felix Fleisch, Leiter Infektiologie Kantonsspital Graubünden im Interview mit Radio Südostschweiz. «Es ist also nur auf das Jahr 2020 bezogen ein Rückgang. Vergleicht man die Zahlen dieses Jahres mit jenen vor 2020, so sind diese in etwa gleich.»
Die Abkürzung FSME steht für die Frühsommer-Meningoenzephalitis. Es handelt sich dabei um eine durch das FSME-Virus ausgelöste Erkrankung. Sie verläuft oft mit grippeähnlichen Symptomen, bei einigen Menschen kann das Virus aber auch eine Meningoenzephalitis, also eine Entzündung von Gehirn und Hirnhaut auslösen.
Die Borreliose ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Die Prognose der infizierten Personen steht in direktem Zusammenhang mit einer schnellen Behandlung. Wird sie frühzeitig erkannt und behandelt, wird der Patient oft wieder vollständig gesund. Wird die Diagnose nicht oder zu spät gestellt, kann die Erkrankung zu ernsthaften Komplikationen führen und die Bakterien können die Organe angreifen.
Mit dem Klimawandel wandern die Zecken immer weiter in die Höhe. «Aber nicht alle Zecken übertragen alle Krankheiten», führt Fleisch aus. FSME zum Beispiel werde eher in tieferen Lagen übertragen. Borreliose hätten die Zecken hingegen fast überall, unabhängig von der Lage.