Die Lageberichte werden von Mal zu Mal dramatischer
In Zeiten von Coronavirus und Social Distancing geht auch die Bündner Regierung neue Wege. So stellte sie sich gestern Abend zwar den Medien – aber nur via Livestream im Internet. Knapp 24 Stunden nach der weitgehenden Stilllegung des öffentlichen Lebens im Kanton erläuterten die fünf Mitglieder der kantonalen Exekutive die aktuelle Situation – auch mit Blick auf die jüngsten Entscheidungen des Bundesrats (siehe Seite 17).
Die vom Bundesrat verhängten Massnahmen deckten sich weitgehend mit jenen Bestimmungen, welche die Bündner Regierung am Sonntagabend erlassen habe, erklärte Regierungspräsident Christian Rathgeb vor der Kamera. Es gebe lediglich kleine Unterschiede. Wo diese lägen, werde die Regierung jetzt analysieren und die Massnahmen im Kanton nötigenfalls angleichen. Das Ziel sei es, dass Bund und Kanton «möglichst kongruent» seien. Das gelte auch in zeitlicher Hinsicht, so Rathgeb. Die Beschränkungen im Kanton sollen vorläufig bis 30. April gelten; die Frist des Bundes endet rund zwei Wochen früher. Man werde die Entwicklung laufend beobachten und allenfalls reagieren, sagte Rathgeb.
«In kritischem Zustand»
In Graubünden sind mittlerweile 64 Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt worden, wie Gesundheitsdirektor Peter Peyer erklärte. Einige der Betroffenen befänden sich in Spitalpflege, darunter auch Menschen, die «leider in kritischem Zustand» seien. Der Entscheid des Bundes, die Armee zur Bewältigung der Krise einzusetzen, sei «richtig und wird von uns auch begrüsst», sagte Peyer. Er lobte ausserdem die mittlerweile angelaufene private Hilfe. Der kantonale Krisenstab prüfe die Errichtung einer Art Drehscheibe für Helfer und Hilfesuchende. «Wir können diese Krise nur zusammen bewältigen», so Peyer.