Der Glarner Wald ist ungiftig
Ausnahmen scheinen in diesem Fall eher die Regel zu sein: Recherchen der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz haben ergeben, dass im vergangenen Jahr 22 der 25 kantonalen Forstämter den Einsatz hochgiftiger Insektizide bewilligt haben. Mit rund 700 Kilogramm hochtoxischer Insektiziden wurden gefällte Bäume quasi imprägniert. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Rundholzspritzung.
Laut der Mitteilung landen so rund zwölf Prozent der giftigen, reizenden und organschädigenden Cypermethrin-Menge, die in der Schweiz verkauft wurde, im Wald. Dadurch soll der Befall des Holzes durch Borkenkäfer verhindert werden.
Trotz «Burglind» sauber
Dass es auch anders geht, zeigt der Kanton Glarus. Vor etwa fünf Jahren beschloss der Kanton, im Wald keine Insektizide mehr einzusetzen, sagte Maurus Frei, Leiter der Glarner Fachstelle Wald, gegenüber Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz. Dafür muss im Glarnerland das meiste Holz sofort aus dem Wald geschafft werden. Wenn das gelingt, braucht es keinen Insektizideinsatz. Das sei eine organisatorische Frage und habe im vergangen Jahr trotz dem Sturm «Burglind» geklappt, heisst es aus Glarus weiter.
Die meisten Kantone und auch das Bundesamt für Umwelt rechtfertigen den Insektizideinsatz damit, dass die Schweizer Wald- und Holzwirtschaft konkurrenzfähig bleiben müsse. Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz fordern nun ein schweizweites Verbot der «Giftkeule im Wald».