Corona reisst Bündner Familie auseinander
Die Bündnerin P.L.* versteht die Welt nicht mehr. Dieser Tage wollte die frühere Projektmanagerin nach sieben Jahren in Deutschland in ihre Heimat nach Graubünden zurückkehren und in den Gartenbaubetrieb ihrer Eltern einsteigen.
Dann wurden die Grenzen nach Deutschland geschlossen. «Wir haben geschmunzelt, es nicht wirklich geglaubt», sagte die 38-Jährige gegenüber dem Portal swissinfo.ch.
Ehemann D.L.* arbeitet als Soldat für die Bundesrepublik Deutschland. Er hatte vor, aus Graubünden an seinen Arbeitsort zu pendeln.
Deutschland retour – ohne Ehemann
Am Abend vor den Grenzschliessungen reiste P.L. zurück nach Deutschland. Ziel war es, als Familie so rasch wie möglich in die Schweiz zu ziehen.
Doch daraus wurde nichts. Die Zollbeamten schickten P.L., die eine Grenzübertrittbewilligung für ihren Ehemann wollte, zum Staatssekretariat für Migration. Von dort aus wurde sie ans Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden weiter verwiesen. Und schliesslich wieder zurück zum Zoll.
Und so liess die schwangere P.L. ihren Mann in Deutschland zurück und reiste mit ihrer dreijährigen Tochter nach Graubünden. D.L. darf wegen der Härtefallregelung zwar in die Schweiz einreisen – aber erst wenn seine Frau in den Wehen liegt, heisst es im Bericht weiter.