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Leben und Freizeit

Ab in die Höhen der Sunnibergbrücke

2300 Griffe sind an einem Pfeiler der Klosterser Sunnibergbrücke montiert. Während der Eröffnungsfeier am kommenden Wochenende können sich Interessierte an den neuen Klettergarten wagen.
online@suedostschweiz.ch
13.10.2022, 11:00 Uhr
vor 32 Minuten

77 Meter hoch. 600 Klettermeter. Steil. Steinig. Nervenkitzel. An einem Pfeiler der Klosterser Sunnibergbrücke kann man ab diesem Samstag, dem 15. Oktober, hinaufklettern. Vor über einem Jahr wurden erste Pläne dazu bekannt und nun steht das Sunniberg Climbing in den Startlöchern. Wir haben darüber berichtet: 

Eine neue Dimension des Kletterns

Die offizielle Eröffnung findet am Samstag um 13 Uhr statt. «Es wird eine spannende Anlage der klettersportbegeisterten Bevölkerung übergeben», heisst es in der Mitteilung der Gemeinde Klosters. 

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Es wird eine spannende Anlage der klettersportbegeisterten Bevölkerung übergeben.»

Zitiert aus Medienmitteilung, Gemeinde Klosters

Wer will, kann den Klettergarten gleich erkunden und probeklettern. Würdet auch ihr euch in die schwindelerregende Höhe wagen? 

Würdet ihr die Sunnibergbrücke hinaufklettern?

22 Routen und verschiedene Schwierigkeiten

Wie die Gemeinde schreibt, gibt es am Klettergarten 22 Routen und insgesamt über 600 Klettermeter. Zwei Routen seien sogenannte Mehrseilrouten. Die längste Route führt 57 Meter in die Höhe. «Mit Schwierigkeitsgraden von 4a bis 8a lockt die neue Kletteranlage zu spektakulären Erkundungstouren am imposanten Bauwerk», so die Verantwortlichen. Die Routenbauer haben dafür 2300 Griffe montiert und 10 Liter Leim für die Kletteranlage verbraucht. Schon die Umsetzung sorgte für reichlich Spannung: «Bei Wind und Wetter wurde seit Juni – meist am Seil hängend – an der Umsetzung der Routen gearbeitet.»

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Bei Wind und Wetter wurde seit Juni – meist am Seil hängend – an der Umsetzung der Routen gearbeitet.»

Zitiert aus Medienmitteilung, Gemeinde Klosters

Idee seit 2005

Die Idee einer Kletteranlage an der Brücke hatte der einheimische Bergführer Marco Benz schon bei der Eröffnung der Brücke im Jahr 2005, wie die Gemeinde schreibt. Dass sie Realität werden könnte, habe am Anfang niemand geglaubt, denn die Brücke war unantastbar. Doch die Idee liess Benz bis heute nicht los: «Als junger Kletterer mit Kollegen bei einer Runde Bier am Lagerfeuer fabulierten wir über diese Idee. Die einzigartigen Linien und Formen sind für jeden Kletterer bestechend, jeder Kletterer sieht direkt Routen darin.»

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Bei einer Runde Bier am Lagerfeuer fabulierten wir über diese Idee.»

Marco Benz, Ideengeber für Klettergarten an der Sunnibergbrücke

Jahre später, als Bergführer, fand Benz mit Marc Bless, damals Projektmanager Bergsport von Prättigau Tourismus, einen Gleichgesinnten und ein neuer Anlauf wurde gestartet. Im Rahmen des Impulsprogramms des Jubiläums «800 Jahre Klosters» konnte das Projekt nun realisiert werden.

Der Respekt dem Bauwerk gegenüber sei im Mittelpunkt gestanden und sämtliche Arbeiten wurden so vorgenommen, dass die Wirkung und Strahlkraft der Brücke nicht beeinträchtigt ist. So seien zum Beispiel ausschliesslich dezent sichtbare Klettergriffe in grauer Farbe montiert worden. (red)

Der Bergsport hat in Klosters eine lange Tradition. Die 526 Meter lange Sunnibergbrücke ist mit ihren Pfeilern seit der Eröffnung im Jahr 2005 zum architektonischen Wahrzeichen geworden.