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Kultur

Schillernde Preise für die Rumantschia

In Lavin sind die Terra Nova-Preise der Schweizerischen Schillerstiftung übergeben worden.
25.09.2017, 04:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

In einem ehemaligen Gewölbekeller und heutigem Kulturzentrum in Lavin fand am Samstag die feierliche Überreichung der Terra Nova-Preise der Schweizerischen Schillerstiftung statt. Beide Preisträgerinnen haben einen besonderen Bezug zu Lavin.

Gianna Olinda Cadonau – Trägerin des literarischen Förderpreises – ist auch Co-Präsidentin vom Kulturzentrum La Vouta in Lavin. Marcella Pult –Trägerin des Übersetzungspreises –hat mit «Il rumore del fiume» nach «Il ritorno» bereits das zweite Werk vom Laviner Schriftsteller Oscar Peer übersetzt. Und so ist Dominik Müller, Präsident Schweizerische Schillerstiftung, von Genf quer durch die Schweiz gereist, um den beiden Frauen seine Ehre zu erweisen.

Der Terra Nova-Literaturpreis ist ein Preis für Autoren, die am Anfang ihrer Karriere stehen. «Es ist kein Preis, der den Mainstream verstärkt», sagte Müller. Das Erstlingswerk von Cadonau ist denn auch alles andere als Mainstream. «Ultim’ura da la not/Letzte Stunde der Nacht», heisst der Gedichtband auf Vallader und Deutsch. Er ist 2016 im Verlag «editionmevinapuorger» erschienen. «Die Gedichte handeln von Übergängen und von der doppelten Identität eines erzählenden Ichs», erklärte Jury-Mitglied Claudio Spescha. Cadonau wurde in Indien geboren und ist im Engadin aufgewachsen.

Überraschende und unkonventionelle Motive sowie eine eigene poetische Sprache, das seien Gründe für die Wahl der Preisträgerin gewesen. «Der Förderpreis soll anregen, diese literarische Stimme weiter reifen zu lassen», meinte er. Cadonau nahm die Preisverleihung zum Anlass, Passagen aus ihrem Gedichtband und auch noch unveröffentlichte Texte vorzulesen. «Der Preis motiviert mich, weiterzuschreiben und meiner Suche einen künstlerischen Raum zu geben», sagte sie.

Übersetzen heisst verstehen

Übersetzungen haben eine grosse Bedeutung für rätoromanische Autoren, zumal sie eine Brücke zu einem weiteren Leserkreis bilden. Pult hat im Auftrag des Tessiner Verlags Edizioni Casagrande das Schlüsselwerk von Oscar Peer übersetzt. «Übersetzen heisst nicht, dasselbe in einer anderen Sprache sagen. Übersetzen bedeutet, das literarische Werk und seine Eigenheiten gänzlich zu verstehen, um die Magie des Textes vermitteln zu können», meinte Jurymitglied Barbara Cuffaro in ihrer Laudatio. Pult werde mit dem Preis als «Förderin der rätoromanischen Literatur in der italienischen Region» gewürdigt. Die Übersetzerin zeigte sich sehr erfreut über die Auszeichnung. «Die Übersetzung ist in enger Zusammenarbeit mit Oscar Peer entstanden. Es war ein Privileg, ihn zu kennen. Den Preis möchte ich ihm widmen», sagte Pult.

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