Mit Linard Bardill auf Eselreise
Gestartet sind die 17 Kinder gemeinsam mit Bardill, dem Münstertaler Eselhalter Jachen Andri Planta sowie fünf erwachsenen Begleitpersonen in Fuldera. Die Wanderung ging über Costainas nach Tamangur, durch die Val S-charl bis nach San Jon und dann zum Zielort Scuol. Acht Stunden waren die Kinder täglich unterwegs. Singen, Geschichten erzählen, den Arvenwald Tamangur und seine Besonderheiten kennenlernen, auf einer Alp und auf einem Reiterhof schlafen, und das Ganze erst noch gemeinsam mit neun Eseln - was für ein Abenteuer.
Im Jahr 1985 unternahm Bardill bereits einmal eine Reise mit Esel und Gitarre durchs Engadin und veröffentlichte sein erstes Album «Cul asen pel muond aint». Er hatte im Vorfeld mit einem frechen Lied über den damaligen Departements-Chef für Bildung und Erziehung sein rätoromanisches Publikum erzürnt und wollte dies mit der Eseltour von Dorf zu Dorf wieder gutmachen. Die Tour war ein Erfolg und für Bardill der Anfang einer grossen Liebe zum Engadin und zu den Eseln. Die erneute Eselreise hat der Liedermacher mit romanischen Wurzeln im Rahmen seines 33-jährigen Bühnenjubiläums gemacht.
«So will ich leben»
Einige Plätze auf der Wanderung waren für Kinder reserviert, die Bruder oder Schwester eines behinderten Kindes sind. Bardill hat selbst einen Jungen mit Downsyndrom und weiss aus eigener Erfahrung, wie herausfordernd sich manchmal das Zusammenleben mit einem behinderten Familienmitglied gestaltet. Als Partner für diese erste Tour von Fuldera nach Scuol konnte Bardill «Insieme Schweiz» gewinnen. Von der Eselreise mit Kindern aus der ganzen Schweiz ist der Liedermacher begeistert. «So möchte ich leben, alles war im Fluss», sagt er.