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Kultur

Menschen und Landschaften im Fokus

Der Glarner Kunstverein präsentiert in der Kantonalbank in Glarus eine neue Ausstellung.
23.09.2017, 04:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Das Vernissagepublikum ist sich einig: Mit der Kombination von Werken des Glarner Malers Jakob Ruch (1868 bis 1914), des Appenzeller Fotografen Emil Grubenmann (* 1944) und der in Ennenda lebenden Illustratorin Esther Angst (* 1970) ist dem Glarner Kunstverein erneut eine spannende Kombination gelungen.

Auch wenn deren Herangehensweisen und Ästhetik sehr gegensätzlich sind, finden sich Gemeinsamkeiten. Menschen und Landschaften, oft auch wieder erkennbare, stehen im Zentrum – sei es im Ölgemälde bei Ruch über einen Viehmarkt in Glarus, bei den Appenzeller Charakterköpfen und Alpfotografien von Grubenmann oder den Druckgrafiken von Angst, die von einer Bergfahrt oder einer Reise auf dem tibetischen Hochplateau erzählen.

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Für den Kunstverein bietet das Format eine Gelegenheit, Werke einem breiteren Publikum vorzustellen.»

«Für den Kunstverein bietet das Ausstellungsformat in der Bank eine Gelegenheit, Werke aus der Sammlung einem breiteren Publikum vorzustellen», sagt Kunsthausdirektorin Judith Welter. Jakob Ruch weise eine typische Künstlerbiografie der Jahrhundertwende auf, eines Künstlermodells noch nach alter Schule vor der Avantgarde. Seinen künstlerischen Durchbruch erzielte Ruch mit Szenen aus dem Landleben mit Kühen, Schafen und Hirten auf der Alpweide.

Lehre bei Schönwetter gemacht

Der heute in Deutschland lebende Emil Grubenmann hat seine Lehre zum Fotografen in den 1960er Jahren bei Hans Schönwetter in Glarus gemacht. Danach brach er zu einer längeren Reise nach Indien auf und kehrte ins Appenzell zurück. Mit dem frischen Blick des Heimkehrers machte er seine intimen und persönlichen Porträts von Appenzellerinnen und Appenzellern. Die zwischen 1969 und 1973 – selbstverständlich noch analog – entstanden Schwarz-Weiss-Aufnahmen ziehen sofort in den Bann.

Auf grosses Interesse stossen auch die Arbeiten von Esther Angst, die von Weitem oft wie japanische Landschaften wirken, auf denen man beim näheren Hinschauen überall auch in der grossen Natur eingebettet den Menschen findet. Dabei benutzt sie mit Feingefühl eine ausgeklügelte Drucktechnik, häufig eine Kombination von Kaltnadelradierung und Aquatinta.

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