Lisa Eikrann verzaubert die Besucher mit ihrer Burg
Auf den ersten Blick sieht die Installation mit dem Titel «Kabinett der Du» wie eine hölzerne Festung oder Spielzeugburg aus. Neugierig erkunden Besucher das vieldimensionale Gebilde von aussen, um es dann mit etwas Ehrfurcht zu betreten. Im Innern verändert sich die Atmosphäre komplett. So bewegt sich der Betrachter mit dem Restlicht im Halbdunklen, um zuletzt im Innern eines Turms oder einer Art Grotte zu landen, die keinen Ausgang hat.
Komplexe, begehbare Kulisse
Tage- und nächtelang hat Lisa Eikrann an diesem Werk gearbeitet. Zuerst hat sie jeweils so viele Dreiecke mit Kabelbinder in der Gepäckausgabe im Güterschuppen zusammengebunden, wie sie später ins Kunsthaus tragen konnte. Dort hat sie die Teile im Schneelisaal mit Schnüren an einem Holzgestell befestig und mit dem eigenartigen Turm verbunden.
Angeregt diskutieren einige Besucher über das komplexe Architektur-Gebilde. Sie fragen sich, ob die Bruchlinien der Dreiecke zufällig oder gewollt angeordnet sind. Einig sind sich alle: Die ausgebildete Bühnenbildnerin versteht sich darauf, mit ihrer «Burg» Gross und Klein einfach zum Staunen zu bringen.
Überzeugt hat die 34-jährige, in Ennenda lebende und aus Norwegen stammende Künstlerin schon an der letztjährigen, unjurierten Jahresausstellung. Dort hat sie mit der Skulptur «Das Ich» den Fokus-Preis, ihre aktuelle Einzelausstellung, gewonnen.