Der Kanton Glarus macht in Bern Druck für Wolfsabschüsse nach Alpaka-Rissen
Am Sonntagmorgen sind in Elm sieben Alpakas von Wölfen gerissen und zwei weitere verletzt worden. Die Weide, welche mit einem Litzenzaun eingezäunt war, befindet sich in Dorfnähe, wie der Kanton Glarus in einer Medienmitteilung vom Montag präzisiert.
Die IG wolfsicherer Lebensraum forderte am Sonntag, «dass jetzt gehandelt wird und auch die Wildhut mehr unternimmt, um die bewilligten Abschüsse vorzunehmen». Drei Wölfe des Calfeisen-Rudels könnten bereits seit August geschossen werden, so die IG.
Der Kanton hat auf den Riss reagiert und teilt mit, die Regulation der beiden Glarner Rudel am Kärpf und am Schilt sei dringend. Aber es sind ihm noch die Hände gebunden, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Denn die Abschussgesuche sind vom Bund noch nicht bewilligt.
Seit Wochen hängig
Der Kanton erinnert daran, dass er aufgrund eines gerissenen Kalbs auf der Alp Ännetseeben am 30. August beim Bund das Regulationsgesuch für das Kärpfrudel eingereicht hat. Dieses Rudel macht sich vor allem im nördlichen Freiberg bemerkbar. Zu diesem Zeitpunkt sei die Zahl der Welpen noch unklar gewesen, so der Kanton. Am 3. Oktober habe der Kanton Glarus das Gesuch für die Regulation des Kärpfrudels mit der in der Zwischenzeit bekannten Anzahl von fünf Welpen ergänzt. «Zusätzlich verlangte der Kanton beim Bund den Abschuss des Rüden des Kärpfrudels als besonders schadenstiftendes Elterntier.» Der Bund habe am 12. Oktober weitere Präzisierungen verlangt, welche am 13. Oktober nachgereicht worden seien.
Auch für das Schiltrudel hat der Kanton ein Gesuch eingereicht, wie er erinnert. Dieses Rudel ist südlich des Schilts unterwegs. Aufgrund der insgesamt neun getöteten Schafe auf der Alp Mürtschen habe er bereits am 6. September die Bewilligung zur Regulation verlangt, so der Kanton. Auch dieses Gesuch sei vom Bund noch nicht bewilligt worden. «Aufgrund der aktuellen Ereignisse hat das Departement Bau und Umwelt zum wiederholten Mal beim Bund interveniert und die umgehende Behandlung und Bewilligung der Gesuche verlangt», so der Kanton in seiner Medienmitteilung.
Keine Calfeisen-Wölfe
Zum von der IG genannten Calfeisen-Rudel schreibt der Kanton, dass zwar der Bund das für einen Abschuss zulässige Gebiet auf die Glarner Seite erweitert habe. Das Rudel ist vor allem ennet der Grenze im Kanton St. Gallen unterwegs. Die Wildhut habe auch bereits mehrere Versuche unternommen, Wölfe aus dem Rudel zu schiessen.
Die Ergebnisse der DNA-Analysen zu den auf Gamperdun angegriffenen Tieren zeigten aber, dass das Kärpfrudel und nicht wie vorher vermutet das Calfeisenrudel beteiligt gewesen sei. «Umso wichtiger ist es aus Sicht des Kantons Glarus, dass der Bund das Regulationsgesuch des Kärpfrudels umgehend bewilligt», teilt er mit. (df)