Wo liegt der Hund begraben?
Gemeindeversammlungen werden immer weniger besucht. Die Stimmbeteiligungen liegen oft unter zehn Prozent. Aber Politexperte Clau Dermont betont, dass die Pflicht des politischen Engagements nicht nur bei der Exekutive, sondern auch beim Stimmvolk liegt.
Ball liegt bei den Bürgern
Da alle Stimmberechtigten an einer Gemeindeversammlung teilnehmen können, sei es auch die Verantwortung der Bürger, sich in der Lokalpolitik zu engagieren. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Exekutive und Volk funktioniere nämlich durchaus. Die Gemeinde könne von der Versammlung kontrolliert werden. Umgekehrt sei es die Aufgabe der Exekutive, die Bevölkerung über ihre Arbeit zu informieren, so Dermont.
So verändern sich Bündner Gemeindeversammlungen
Gesamtschweizerische Thematik
Schlechte Stimmbeteiligungen an Versammlungen seien nicht nur in Graubünden zu beobachten, stellt der Politexperte fest. Es sei eine gesamtschweizerische Thematik. «Ausserdem ist bei grösseren Gemeinden der Zusammenhalt vielleicht kleiner. Bei Gemeinden mit rund 200 Personen ist der Zusammenhalt besser spürbar. Das Interesse ist grösser, effektiv an die Versammlung zu gehen.»
Der direkte Kontakt zwischen Exekutive und Bürgern sei bei grossen Gemeinden geringer. «In grossen und fusionierten Gemeinden kennen sich viele Bürger gar nicht. Die gemeinsame Tradition, Entscheidungen zu treffen, existiert weniger. Es muss ein neues Verständnis für die Interessen der gesamten Gemeinde aufgebaut werden.»