Pierin Vincenz sorgt für Gewinneinbruch
Die Prognose von Ende Januar war korrekt. Die Beteiligungen, welche Raiffeisen wegen Pierin Vincenz getätigt hatte, sind zu hoch bewertet. Der Gewinn der Gruppe ist im vergangenen Geschäftsjahr um über 370 Millionen Franken eingebrochen, wie sie in einer Mitteilung von Freitagmorgen verkündet. Im Jahr 2017 konnte Raiffeisen noch einen Gewinn von 917 Millionen Franken erzielen.
Insgesamt sei das Jahr 2018 für Raiffeisen ein «Jahr der Aufarbeitung und des Neustarts» gewesen, so das Institut. Mit der unabhängigen Untersuchung zur Ära des früheren Konzernchefs Vincenz sowie der personellen Erneuerung der Bankspitze sei «der Grundstein für die Weiterentwicklung gelegt» worden. Mit dem Verkauf von Notenstein La Roche an Vontobel hat Raiffeisen Schweiz die Entflechtung der Unternehmensstrukturen «fast abgeschlossen».
2019 soll für die Gruppe nun ein «Jahr des Übergangs» werden. Man werde die Massnahmen zur Erneuerung grösstenteils abschliessen, um sich verstärkt bankstrategischen Fragestellungen widmen zu können, kündigt das Institut an. Im Fokus stehe dabei der weitere Ausbau der Beratungsdienstleistungen und -kompetenzen.
Der gefallene Star
Der gefallene Bündner Star-Banker wurde im Frühling 2018 in Untersuchungshaft gesteckt. Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen möglicher ungetreuer Geschäftsbesorgung. Der langjährige Chef der Bankengruppe soll bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Investmentgesellschaft Investnet ein Doppelspiel gespielt und persönlich abkassiert haben. Aduno reichte im Dezember 2017, Raiffeisen im Februar 2018 Anzeige gegen Vincenz ein.