Hightech-Radar an Bündner Strassenrändern
Die Kantonspolizei Graubünden hat eine neue Geschwindigkeitsmessanlage. Der Radar wurde laut Mediensprecher Markus Walser am 26. November in Betrieb genommen und steht aktuell im Gewerbegebiet Tardis in Zizers.
Beim neuen Gerät handelt es sich um einen Ersatz für einen in die Jahre gekommenen Radar. Und nicht um ein zusätzliches Gerät, wie Walser weiter sagte. Das alte Gerät bleibt aber noch in Betrieb, bis die Lebensdauer von rund zehn Jahren erreicht ist. Dies dürfte im Laufe des kommenden Jahres der Fall sein.
Hightech auf Bündner Strassen
Die neue Anlage überwacht beide Fahrtrichtungen. Sie kann Front- und Heckbilder von bis zu 20 Fahrzeugen auf vier Spuren gleichzeitig aufnehmen, bestätigte Walser einen Bericht von «20 Minuten».
Die Batterien des neuen Geräts können falls nötig mit Flüssiggas geladen werden. Dies jedoch nur tagsüber und während vier Stunden, erklärt Walser. Dadurch kann das Gerät während zwölf Tagen autonom «arbeiten». Bei den bisherigen Geräten wurden für die Batterienladung Dieselgeneratoren verwendet. Vor gut einem Jahr sorgte ein mit einem Dieselgenerator betriebener Radar bei Nufenen für Aufruhr. Damals wurde das Argument des fehlenden Umweltschutzes ins Feld geführt.
Wenn aber immer möglich, werden die semistationären Messgeräte direkt ans Stromnetz angeschlossen.
Diesel-Blitzer ist ausser Gefecht gesetzt
Doch zurück zum neuen Gerät: In der ersten Woche hat der gasbetriebene Radar bei Zizers 779-mal geblitzt, als Fahrzeuge in der 60-km/h-Zone zu schnell an ihm vorbeifuhren. Das entspricht sieben Prozent der Verkehrsteilnehmer, sagte Walser. Das Aufstellen eines Radars an dieser Stelle sei übrigens der Wunsch der Gemeinde Zizers gewesen und von Anstössern begrüsst worden.
Nicht alle scheinen aber am neuen Gerät und Einsatzort Freude zu haben, wie folgendes Bild zeigt:
2020 weniger Radargeräte
Aktuell verfügt die Kantonspolizei Graubünden über sieben Geschwindigkeitsmessanlagen; je ein fix installiertes Radargerät im San-Bernardino-Tunnel und auf der Prättigauerstrasse bei Grüsch, sowie aktuell fünf semistationäre Messanlagen. Diese werden auf Bündner Strassen tagtäglich eingesetzt. In den Jahren 2017 und 2018 standen sie jeweils während 1200 Stunden im Einsatz, so Walser. Und das dürfte auch im laufenden Jahr so sein. «Eine Anlage ist somit mehr oder weniger 300 Tage im Jahr zugunsten der Verkehrssicherheit im Einsatz.»
Im Jahr 2018 nahm der Kanton 9,6 Millionen Franken Ordnungsbussen im Zusammenhang mit Geschwindigkeitskontrollen ein. Per Ende November 2019 sind es beinahe 9 Millionen Franken, so Walser weiter.
Neue fixe Radarstationen sind laut Walser derzeit keine geplant. Und wenn das zu ersetzende Gerät seine Lebensdauer erreicht hat, verfügt die Kantonspolizei Graubünden wieder über sechs Radargeräte, zwei fix installierte und vier semistationäre.
Rekordhalter wurde deinstalliert
Bis vor einigen Jahren stand auch in San Vittore ein fixes Radargerät. Dieses brachte dem Kanton bis zur Demontage 18'600 Franken an Bussgeldern ein – pro Tag. Von 2006 bis 2015 stieg der Ertrag von drei auf sieben Millionen Franken pro Jahr. Dafür blitzte er zuletzt täglich im Schnitt über 140 Mal. Damit war das Gerät der einträglichste Blechpolizist der Schweiz, doppelt so ertragreich wie alle fix installierten Radarkästen der Stadt Zürich zusammen. Vor vier Jahren wurde er nach 20 Jahren abgebaut, weil die Strecke verbreitert und dadurch sicherer wurde.