Zum Hauptinhalt springen
Graubünden

Es blitzt und blitzt und ...

Philipp Wyss
18.03.2019, 04:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Landquart, Felsberg, Julierpass, Zizers. Dies sind nur vier Ortschaften, in denen in den vergangenen Tagen immer wieder ein rotes Licht aufleuchtete, weil Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt wurden. Zumeist wohl sehr zum Ärger der in die Radarfallen «getappten» Verkehrsteilnehmer.

Es stellt sich die Frage: Kontrolliert die Kantonspolizei Graubünden aktuell vermehrt – und ist sie auf Bussgelder aus? Wir haben diese Frage der Medienstelle der Kantonspolizei Graubünden gestellt. Dort heisst es: «Die Kantonspolizei führt ganzjährig Geschwindigkeitskontrollen durch, in gewissen Monaten mehr, in anderen weniger.»

Ausgewählte und gewünschte Orte

Und weiter: «Geschwindigkeitsmessungen werden grundsätzlich an Orten durchgeführt, wo die Verkehrssicherheit als gefährdet erachtet wird. So beispielsweise in Bereichen von Baustellen, Fussgängerstreifen, vor Schulen, aber auch auf bekannten Schnellfahrstrecken oder Unfallstellen.» Jede der beobachteten Kontrollstellen Landquart (Schnellfahrerstrecke), Felsberg (Schulareal), Julierpass (Schnellfahrerstrecke), Zizers (Baustelle) erfüllt mindestens eines dieser Kriterien.

Die Kontrollorte wählt die Polizei nicht nur selber aus. Regelmässig ist es ein Begehren aus der Bevölkerung und von Gemeinden. Und denen geht sie laut der Medienstelle nach Möglichkeit auch nach. Begehren aus Gemeinden würden häufiger in der ersten Jahreshälfte gestellt. Auch Bereiche mit häufigem Wildwechsel seien Gefahrenstelle und daher beliebte Kontrollorte.

Die Bündner Polizeiarbeit in Bildern 2019

Baustellen und schwächere Verkehrsteilnehmer

Der potenzielle Radarstandort «Baustelle» ist derzeit besonders aktuell: Mit dem Beginn der Bausaison sind Strassenbaustellen besonders gefährliche Orte. Und an solchen werden laut der Polizei vermehrt Messungen durchgeführt.

Nicht vergessen dürfe man darüber hinaus, dass sich an den schönen Frühlingstagen vermehrt auch Fussgänger und Velos auf der Strasse befinden. Diesen schwächeren Verkehrsteilnehmern könne insbesondere mit «sichtbaren» Geschwindigkeitsmessungen, beispielsweise mit dem Aufstellen einer semistationären Geschwindigkeitsmessanlage, ein gewisser Schutz vor Schnellfahrern gewährt werden.

Es geht nicht (nur) ums Geld

Dem Geschwätz, dass Radarmessungen gemacht würden, um die Staatskasse aufzubessern, widerspricht die Polizei. Denn Radarmessungen sind gesetzlich vorgeschrieben. Der Bündner Polizeidirektor betonte gegenüber «suedostschweiz.ch» unlängst, dass die ­Sicherheit vor den Einnahmen Priorität habe.

In Graubünden gibt es seit dem Abbau des ertragsreichsten Radargerätes bei San Vittore (im Jahr 2017 sieben Millionen Franken) zwei fix installierte Radargeräte: Im San-Bernardino-Tunnel zwischen Landquart und Davos und auf der Prättigauerstrasse bei Grüsch. Zudem verfügt die Kantonspolizei über vier semistationäre Messanlagen. Diese standen 2017 während 1200 Tagen im Einsatz.

Kürzlich sorgte übrigens ein etwas anderer Bündner Blitzer für Aufsehen:

https://www.facebook.com/srf.ch/videos/243684686536357/?__xts__[0]=68.ARCZu2dFBs7Tb_zb7UKCY7-prCpPuvn2YfAxPhE09K4bxOhV6EyWnOoHEr5KLqRetExMYwBlycKQmu0ioJ7UnEUkPI_BWWGaa7PiT6m9A367rcIOWNZmUwMBXuwpqaCg2J-UiWEpWOXHS8xIySlWJwV3Twb6Bh8GGU_4LEPydx7LF_7cOfKbmMEyig9e9aqQuiUq39XfDIWKiCNDdDd5v8TSxFqcEyaJqkkyJ1zeVqH1_Q50mHAbro9OGmIfk_09v-F8r2T2LerM2JSybBpTKp5MU57LLcs7juPEfE8-XTUnWYSxgjk89TTsfV5bGuDJ7rwLZAeMuYW-3Z25mogn28EHf9NpoGHBbApJTA
Mehr zum Thema: Blaulicht, Kanton Graubünden
Es blitzt und blitzt und ... | Südostschweiz