Endlich Schluss damit: Wer im Postauto über den Lukmanier fährt, muss nicht mehr umsteigen
Er braucht 1 Stunde und 53 Minuten und verkehrt pro Richtung viermal täglich, um 8 und 10 Uhr morgens sowie um 14 und 16 Uhr nachmittags: der neue Bus 140 zwischen Disentis und dem Tessiner Ort Biasca. Was im Fahrplan relativ unspektakulär wirkt, gilt in Tat und Wahrheit als «Meilenstein für die regionale Mobilität» – so jedenfalls schreibt es die Organisation Pro Lucmagn, die sich seit einem Vierteljahrhundert für die Winteröffnung des Lukmanierpasses engagiert. Was ist so besonders an der Busverbindung, die am Samstag, 14. Juni, den Betrieb aufnimmt?
1. Umständliches Umsteigen ist passé
Mit dem Bus 140 gibt es zum ersten Mal eine durchgehende Verbindung des öffentlichen Verkehrs (ÖV) über den Lukmanierpass. Bis jetzt war es so, dass die Passagiere beim Hospiz auf der Passhöhe umsteigen mussten: Vom Postauto auf Bündner Seite des Lukmaniers galt es in den Bus der Autolinee Bleniesi SA auf der Tessiner Seite wechseln – und umgekehrt. Damit verbunden waren Pausen und Zeitverlust. Und wer bislang von Disentis via Lukmanier bis zum Bahnhof Biasca und damit zu den Bahnanschlüssen ins Tessin gelangen wollte, musste sogar auf der Passhöhe und in Olivone umsteigen. Die Fahrzeit total: gut zweieinhalb Stunden – und damit gleich viel wie per Bahn über den Oberalppass nach Andermatt und dann via Göschenen und den Gotthard-Scheiteltunnel nach Biasca. Dabei ist diese Strecke kilometermässig mehr als doppelt so lang.
2. Ein lang gehegter Wunsch wird erfüllt
Zwei Kantone und dazu auch noch zwei Betreibergesellschaften für den Bus – diese etwas komplizierte Situation hatte eine schlanke Lösung jahrelang verzögert. «Es ist nicht immer einfach», hatte Pro-Lucmagn-Präsident Martin Candinas noch 2023 im Interview festgestellt. Aber es werde sich bald bessern: «Das Ziel wäre eine gute Verbindung im Sommer, und in einem zweiten Schritt müsste man das dann auf den Winter ausdehnen.» So wurde es nun auch umgesetzt: Die direkten Kurse zwischen Disentis und Biasca werden zunächst während des Sommers betrieben, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Langfristig soll das Angebot aber ausgeweitet werden. «In Zukunft könnte es – ähnlich wie am San Bernardino – ganzjährig genutzt werden», so der Tessiner Regierungsrat Claudio Zali in der Mitteilung.