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Graubünden

Ein Bündner Filmemacher zeigt die Kunst einmal anders

Südostschweiz
23.03.2019, 04:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

«Wo beginnt die künstlerische Freiheit und wo endet sie? Und braucht es dazu eigentlich noch Künstler?» Diese Fragen rund um die Kunst wirft der Bündner Filmproduzent und Regisseur Hercli Bundi in seinem neusten Film auf. Es ist ein Thema, mit dem er sich als Regisseur bereits in der Vergangenheit beschäftigt hat.

Bundi ist in Glarus geboren und in Chur aufgewachsen. Neben Germanistik und Romanistik studierte er Kunstgeschichte in Zürich, bevor er auch ein Filmstudium abschloss. Diese Kombination zeigt seine Interessen, die er eben auch in seinen Filmen verfolgt. Dazu gehören Werke über Künstler wie Not Vital oder Ai Wei Wei.

«Künstler geniessen eine gewisse Freiheit, die man beispielsweise in der Wirtschaft nicht hat. Sie können sich mit Fragestellungen auseinandersetzen, die nicht alltäglich sind. Solche, die nicht sofort beantwortet werden müssen und deren Antwort auch nicht wirklich messbar ist», begründet Bundi unter anderem seine Faszination.

In Wien entstanden

Bundis neuster Film trägt den Titel «Eisenberger – Kunst muss schön sein, sagt der Frosch zur Fliege» und dreht sich um den Österreichischen bildenden Künstlers Christian Eisenberger, der im Alter von 40 Jahren bereits rund 45'000 Werke geschaffen hat.

Bundi kennt Eisenberger seit 15 Jahren. Damals wohnte Eisenberger beim Bündner Regisseur und seiner Frau in Basel, während er die Kunstmesse Art Basel besuchte. «Dort habe ich gemerkt, dass er ein sehr vielfältiger Künstler ist und ich habe angefangen mich immer mehr für ihn und seine Werke zu interessieren», erzählt Bundi.

Zum Film kam es, nachdem Bundi eine Zeit lang in Wien gelebt hat – in einem Atelier, das die Stadt Chur Künstlern, Filmschaffenden und Musikern per Ausschreibung zur Verfügung stellt. «Ich habe mich dafür beworben, um herauszufinden, ob es überhaupt möglich ist, Eisenberger eine Zeit lang mit der Kamera zu begleiten und ihm mit der Kamera nahe zu kommen», so Bundi. Und auch in Wien war es schliesslich die Vielfältigkeit von Eisenbergers Werken, die den Bündner Filmemacher in seinen Bann zogen. «Das war dann der Grund, weshalb ich dachte: Das könnte ein interessanter Film werden.»

Auf Distanz

Ein 94 Minuten langer Film ist dann auch tatsächlich entstanden. Es sei jedoch nicht einfach gewesen, dem eigenwilligen Protagonisten Eisenberger näherzukommen, sagt Bundi. «Er ist jemand, der nicht gerne redet. Jemand, der oft ganz alleine im Wald arbeitet. Deshalb war es etwas schwierig, Situationen zu finden, in denen er sich öffnet.» Aus diesem Grund fehlen im Film oft die klassischen Interview-Situationen. Stattdessen erzähle der Künstler spontan während seiner Arbeit, sagt Bundi.

Der Trailer bietet einen Einblick in den Film:
 

https://www.youtube.com/watch?v=x_YpkeXP_Ik

«Eisenberger – Kunst muss schön sein, sagt der Frosch zur Fliege» läuft am Sonntag, 24. März, um  17.30 Uhr im Kinocenter in Chur. Hercli Bund wird persönlich vor Ort sein und sich den Fragen des Publikums stellen.

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