Bündner Hotellerie mit leichtem Minus im September
Weniger Touristinnen und Touristen entschieden sich im vergangenen September für einen Aufenthalt in einem Bündner Hotel. Die Zahl der Logiernächte in der Bündner Hotellerie ging im Vorjahresvergleich um acht Prozent auf knapp 444'000 zurück. Dies geht aus Zahlen vom Freitag des Bundesamts für Statistik hervor. Zu beachten gilt es allerdings, dass der September 2021 als Vergleichsmonat aus Bündner Optik ein ausserordentlich erfolgreicher Monat war. Die Restriktionen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie verkomplizierten damals das Reisen ins Ausland, was in den Jahren 2020 und 2021 in den Bündner Bergen zu einem Boom von Schweizer Touristinnen und Touristen führte. Der September 2022 war für den Tourismus in Graubünden also keineswegs ein finanziell schwacher Monat: Nimmt man den Logiernächte-Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre zum Massstab, lag er sogar um 1,6 Prozent darüber.
Auch mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf bleibt die Bündner Hotellerie auf Erfolgskurs. Von Januar bis September liegt sie mit insgesamt 4,61 Millionen Logiernächten um 11,8 Prozent über dem Niveau der Vorjahresperiode. Und auch im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre bewegt sich das Plus mit 11,4 Prozent auf einem ähnlich hohen Niveau.
Deutlich weniger Gäste aus der Schweiz
Grund für den achtprozentigen Rückgang im September 2022 war denn auch, dass das hohe Niveau bei den Schweizer Gästen aus den beiden Vorjahren nicht gehalten werden konnte. Mit rund 302 000 Übernachtungen von Schweizerinnen und Schweizern resultierte ein Minus von 17,6 Prozent. Die Logiernächtezahlen aus Deutschland, dem mit Abstand wichtigsten Auslandsmarkt für den Bündner Tourismus, waren mit 1,4 Prozent ebenfalls rückläufig. Deutlich mehr Logiernächte wurden dagegen aufgrund der Coronarestriktionen vor einem Jahr unter anderem aus Frankreich (+37 Prozent), dem Vereinigten Königreich (+151 Prozent) sowie aus den USA (+431 Prozent) verzeichnet. Spuren hinterlässt die Pandemie aber weiterhin bei den Übernachtungszahlen von Gästen aus den grossen Fernmärkten wie China, Indien, Brasilien oder den Golfstaaten. Diese lagen volumenmässig im September allesamt jeweils unter 1000 Übernachtungen.