Bane zum Street Art Festival: «Es fühlte sich an wie eine wilde Achterbahnfahrt»
Am Wochenende fand in Chur die dritte Ausgabe des Street Art Festivals statt. Organisator Fabian «Bane» Florin spricht über Herausforderungen, Highlights und die Zukunft des bunten Events.
Am Wochenende fand in Chur die dritte Ausgabe des Street Art Festivals statt. Organisator Fabian «Bane» Florin spricht über Herausforderungen, Highlights und die Zukunft des bunten Events.
Zum dritten Mal wurde Chur am Wochenende wieder zur Bühne für kreative Köpfe: Beim Street Art Festival gaben über 50 Künstlerinnen und Künstler der Stadt mit ihren Sprühdosen neue Farben.
Neben den Kunstwerken gab es auch Musik, Workshops und eine «Foodmeile» zu entdecken. Der Präsident des Festivals, Fabian «Bane» Florin, teilt seine Eindrücke:
Bane, das Festival ging am Sonntag zu Ende. Wie fühlst du dich jetzt, nach all dem Trubel?
Aktuell herrschen ein wenig gemischte Gefühle. Wir haben quasi eine Feuertaufe erlebt – vollgepackt mit Höhen und Tiefen. Am Ende des Festivals lagen wir uns alle in den Armen. Wir waren einfach überwältigt von den Eindrücken.
Hier kommt ihr zu den schönsten Bildern des Festivals:
Du sprichst von Höhen und Tiefen während des Festivals. Der heftige Sturm am Freitag in Graubünden war für euch sicherlich auch eine Herausforderung.
Ja, dieses «wüste» Wetter … Es war wirklich alles dabei, vom apokalyptischen Sturm bis hin zu «Sunshine» und «Love». Es fühlte sich an wie eine wilde Achterbahnfahrt (lacht).
Gab es deshalb vor Ort Probleme?
Wirkliche Schwierigkeiten gab es keine vor Ort. Wir mussten kurzzeitig wegen der starken Windböen abbrechen – aber wir hatten so weit alles im Griff. Ausgewirkt hat sich die Wettersituation aber auf den Umsatz an unserer Foodmeile – hier konnten wir nicht das generieren, was wir uns erhofft haben.
Aber trotz des Wetters haben es anscheinend viele nicht missen wollen, zum Festival zu kommen. Was sagst du zu den Besucherzahlen dieses Jahr?
Wir haben noch keine genauen Zahlen. Aber ja, am Samstag war die Stadt voll, und auch der Sonntag zog trotz wechselhaften Wetters viele an. Bei der Künstlerauktion zählten wir etwa 6000 Teilnehmende und insgesamt schätzen wir, dass rund 50’000 Personen das Festival besucht haben.
Bei der dritten Ausgabe des Festivals fand zum ersten Mal eine Auktion statt, an der Kunstwerke ersteigert werden konnten:
Also seid ihr insgesamt zufrieden mit dem Verlauf des Festivals?
Ja, auch wenn das Wetter nicht ideal war, haben die Besucherzahlen unsere Erwartungen übertroffen. Es gab so viele positive Rückmeldungen, und ich erlebte so viel Dankbarkeit. Ich war wirklich überwältigt, das war für mich fast schon «too much».
Und wie haben die Künstlerinnen und Künstler das Festival wahrgenommen? Welche Rückmeldungen hast du von ihnen erhalten?
Es waren durchwegs alle megahappy. Ich bekomme immer noch viele Dankesnachrichten für unser engagiertes Team und die Liebe, die wir ins Festival gesteckt haben. Es ist schön, zu sehen, dass unsere Arbeit so positiv aufgenommen wird.
TV Südostschweiz war am Festival vor Ort mit dabei. Hier kommt ihr zum Beitrag:
Du hast den finanziellen Aspekt vorhin bereits erwähnt. Wie finanziert ihr eigentlich ein so grosses Event? Woher kommen die Mittel?
Das Spezielle am Street Art Festival ist ja, dass wir kein Ticketing betreiben. Das Festival findet im öffentlichen Raum statt und soll deshalb kostenlos sein. Aber ehrlich gesagt, ist die Finanzierung schon ein grosser Baustein, besonders für einen Anlass, den man noch nicht so gut kennt.
Die Mittel stammen hauptsächlich aus der öffentlichen Hand, von Stiftungen und Sponsoren. Wir haben auch viel Unterstützung von lokalen Unternehmen in Form von Material sowie «Man- und Womanpower» erhalten. Letztendlich kann ich sagen, dass es sich so anfühlte, als ob die ganze Stadt gemeinsam an einem Strang zog.
Von der Organisation bis eben hin zur Finanzierung: Der Aufwand hinter einem solchen Festival muss enorm sein, oder?
Im Vergleich zu den vorherigen Ausgaben war der Aufwand dieses Mal tatsächlich viel grösser. In den letzten Jahren haben wir für die ausführenden Funktionen vor dem Festival mit etwa 1,5 Stellenprozenten gerechnet. Dieses Jahr waren es in den letzten Monaten praktisch sicher knapp 10 Stellenprozente.
Ein enormer Aufwand, Wetterrisiken und finanzielle Herausforderungen – das klingt nicht gerade «easy». Möchtet ihr das Festival trotzdem weiterhin veranstalten?
Dieses Jahr war das Festival erfolgreich, aber es fehlen trotzdem Einnahmen. Wir müssen uns nun in Ruhe anschauen, wie die Lage ist und ein Fazit ziehen. Dann entscheiden wir, ob es sich weiter lohnt und Sinn macht.
Also bleibt ein Street Art Festival in Chur weiterhin euer grosser Wunsch?
Ja, wünschen tun wir es uns auf jeden Fall. Einen Traum kann man auch nicht einfach so aufgeben, aber es muss weiterhin der Traum aller Beteiligten sein. Wir werden sehen, wohin die Reise führt.
Anna Panier arbeitet als Redaktorin bei Online/Zeitung. Sie absolvierte ein Praktikum in der Medienfamilie Südostschweiz und studiert aktuell Multimedia Production im Bachelor an der Fachhochschule Graubünden in Chur. Mehr Infos
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