Neues Ausbildungszentrum für den Zivilschutz kostet 18,95 Millionen Franken
Das Ausbildungszentrum des Zivilschutzes im Meiersboden befindet sich am Stadtrand von Chur, auf Gebiet der Gemeinde Churwalden. «Das rund 50-jährige Schul- und Unterkunftsgebäude weist einen sehr schlechten baulichen Zustand auf, die gesamte Haustechnik ist veraltet und es hat sicherheitstechnische Mängel», schreibt der Kanton in einer Mitteilung. Gemäss diverser Abklärungen und Nachhaltigkeitsberechnungen erweise sich im konkreten Fall ein Ersatzneubau gegenüber einer umfassenden Instandsetzung der Liegenschaft als deutlich vorteilhafter. Die Regierung hat deshalb im September 2022 beschlossen, für den Bau eines neuen Ausbildungszentrums einen öffentlichen Projektwettbewerb durchzuführen. Aus dem Konkurrenzverfahren ging folgender Projektvorschlag als Sieger hervor:
Siegerprojekt für Ausbildungszentrum im Meiersboden steht fest
Zukunftsorientierte Infrastruktur
Das Neubauprojekt sieht einen dreigeschossigen Holzbau vor, der sich in die natürliche Umgebung einfügen soll. Das Gesamtkonzept beruhe auf der Anwendung bewährter Grundsätze des nachhaltigen Bauens: kompaktes Volumen, hochwertige Tragstruktur mit einfachen Konstruktionsprinzipien und ein einfaches Haustechnikkonzept. Auf dem Dach seien die Fotovoltaik-Elemente maximal ausgelegt und hätten eine Leistung von 100 Kilowatt. Die Investitionskosten für den geplanten Neubau belaufen sich auf 18,95 Millionen Franken.
Zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft
«Die Bewältigung komplexer Ereignisse stellen den Zivilschutz und die weiteren Partnerorganisationen im Verbundsystem Bevölkerungsschutz (Polizei, Feuerwehr, Gesundheitswesen, technische Betriebe) bereits heute vor sehr grosse Herausforderungen», heisst es weiter. Bevölkerungsschutzrelevante Ereignisse aufgrund veränderter klimatischer Bedingungen, aber auch infolge technischer und gesellschaftlicher Veränderungen dürften häufiger sowie in stärkerer Intensität auftreten. Damit die Einsatzbereitschaft und Durchhaltefähigkeit sichergestellt werden könnten, sei für die Ausbildung und den Einsatz im Ereignisfall eine moderne und bedarfsgerechte Infrastruktur erforderlich.
Bevölkerungsschutzrelevante Ereignisse dürften häufiger sowie in stärkerer Intensität auftreten.»
Zitiert aus Medienmitteilung, Kanton Graubünden
Für Notlagen und Katastrophen
Mit dem Ersatzneubau werden die Voraussetzungen für einen Ausbildungs- und Verwaltungsbetrieb geschaffen, wobei das Ausbildungszentrum beim Meiersboden in Notlagen und Katastrophen auch als Einsatz- und Führungsstandort für den Kantonalen Führungsstab dienen könnte. Die Infrastruktur biete somit sowohl dem Zivilschutz als auch den Partnerorganisationen und dem Führungsstab in Graubünden in besonderen und ausserordentlichen Lagen optimale Bedingungen, ihren Leistungsauftrag zu erfüllen. Im Ereignisfall müsse der Zivilschutz Graubünden mit seinen zurzeit 2400 aktiven Angehörigen über eine längere Zeitdauer die übertragenen Aufgaben bewältigen können, indem das Ausbildungszentrum auch als Logistikbasis und Kommandozentrale diene.
Erforderliche Zustimmung durch Grossen Rat und Stimmbevölkerung
Der Grosse Rat wird die Baubotschaft in der Aprilsession beraten. Bei einer Zustimmung durch das Parlament kann die Bündner Stimmbevölkerung voraussichtlich im September über das Bauprojekt und den Verpflichtungskredit entscheiden. Die Ausführungsplanung ist ab diesem Herbst und der Baubeginn im Frühling 2025 vorgesehen. Die Inbetriebnahme des neuen Ausbildungszentrums soll im Sommer 2027 erfolgen. (red)