Der Glarner Regierungsrat Kaspar Becker eröffnet die Ausstellung zum Linthwerk
Im August vor 200 Jahren wurde die damalige Linthunternehmung von der eidgenössischen Tagsatzung an die Kantone übergeben und das heutige Linthwerk damit offiziell gegründet. Die am Donnerstag unter dem Titel «Linthwerkschau» in Tuggen SZ eröffnete neue Dauerausstellung ist ein Jubiläumsgeschenk des Linthwerks an die Bevölkerung. Aber auch auswärtige Besucherinnen und Besucher sollen eine Anlaufstelle in der Linthebene erhalten.
Linthwerk heissen die Hochwasserschutzanlagen der Linth zwischen Mollis, Näfels und dem Walensee, der Escherkanal sowie der Linthkanal zwischen dem Walensee und dem Zürichsee. Das Linthwerk wurde im 19. Jahrhundert geschaffen, es gilt als das Hauptwerk des Schweizers Hans Konrad Escher von der Linth (1767 bis 1823).
Widerstand gegen neue Aufweitung
Die Linthwerkschau beleuchtet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Bauwerks und zeigt einen Teil des reichhaltigen Fundus zu dessen Geschichte. Thematisiert wird auch die Entwicklung des Hochwasserschutzes im frühen 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Veranschaulicht wird dies vor allem beim Vergleich von Eschers Linthkorrektion mit den schnurgeraden Kanälen gegenüber der vor zehn Jahren abgeschlossenen Gesamtsanierung des Linthwerks. Basierend auf den gesetzlichen Vorgaben des Bundes zum Gewässerschutz und Wasserbau, sind Aufweitungen und Renaturierungsmassnahmen entlang des Escher- und Linthkanals umgesetzt worden.
Diese oder vor allem eine neue geplante Aufweitung des Escherkanals im Kundertriet unterhalb von Mollis wird derzeit von der Linth-Escher-Stiftung und einer neu gegründeten Interessengemeinschaft für den Erhalt des Escherkanals bekämpft.
Lobende Worte für den «Sonderfall» Linthwerk
In seiner Begrüssungsansprache wies Kaspar Becker, Regierungsrat des Kantons Glarus und Präsident der Linthkommission, darauf hin, dass eine Institution gefeiert werde, die älter sei als die moderne Schweiz. Verfolge man die Geschichte des Werks, falle auf, dass vieles immer besonders gewesen sei. Deshalb begleite der Begriff «Pionierleistung» das Linthwerk bis zum heutigen Tag. Das habe viel mit dem Weitblick der jeweiligen Verantwortlichen zu tun.