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Glarus

Esaf-Umfrage bei Anwohnern und Anwohnerinnen: Mitfeiern, mithelfen oder verreisen?

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest stellt das Leben in den umliegenden Dörfern auf den Kopf. Wir haben sechs Anwohnerinnen und Anwohner gefragt, wie sie das Esaf finden.
Lynn Disch
29.08.2025, 11:30 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

«Ich finde es super»

«Ich finde es genial, dass wir einen solchen Grossanlass vor der Haustür haben», sagt Moni Sauter-Aebli aus Mollis. Das Esaf mache ihr Freude und sie nehme jetzt halt einmal mehr das Velo statt das Auto. «Ich gehe ohnehin jeweils mit dem Fahrrad zur Arbeit», sagt sie. Sie hat sich sogar auch selbst am Esaf engagiert: «Ich war zweimal auf dem Gelände und habe mitgeholfen. Einen solchen Anlass kann man nur zusammen stemmen. Der Teamspirit vor Ort war super.» Die Stimmung sei durchaus positiv, sagt Sauter-Aebli. Dieses Jahr sitze sie sogar das erste Mal in der Esaf-Arena.

«Das ist viel zu gross»

Weniger begeistert ist Ernst Blatter aus Näfels. «Ich verstehe nicht, wieso man einen so riesigen Anlass in ein so kleines Dorf zwängen muss», sagt er. Er sei durch das Esaf zwar nicht direkt beeinträchtigt, aber er verlasse das Haus für vier Tage bestimmt nicht. «Ans Esaf gehe ich schon gar nicht, ich mag aber auch einfach keine grossen Menschenmengen», so Blatter. Er halte sich einfach aus allem raus. «Ich bin pensioniert und habe zum Glück keine Verpflichtungen mehr, müsste ich noch arbeiten, wäre ich schon mehr eingeschränkt», sagt Blatter.

«Ich hoffe, der Verkehr bricht nicht zusammen»

«Der Grossanlass findet hier statt, damit müssen wir uns arrangieren», sagt Elsbeth Beglinger aus Mollis. Am Esaf-Wochenende gehe sie aber nicht aufs Gelände: «Oh nein, da bleibe ich lieber zu Hause.» Dafür sei fast die ganze restliche Familie dort. «Ich hoffe einfach, der Verkehr bricht nicht zusammen. Aber es sind alle selbst schuld, die noch mit dem Auto auf der Strasse fahren», so Beglinger. Man könne doch auch den ÖV benutzen, meint sie.

«Ich bin stolz darauf, dass das Esaf in Mollis stattfindet»

«Ich bin ein Fan vom Schwingsport», sagt Felix Bühler aus Näfels. Er gehe selber zwar nie an die Schwing-Anlässe: «Ich fühle mich in grossen Menschenmengen unwohl.» In die Esaf-Arena gehe er demnach auch nicht. Ausserdem habe er ein paar Gäste bei sich aufgenommen, diese wolle er gut versorgen. Er fühle sich vom Verkehr während des Esaf auch nicht beeinträchtigt: «Ich stehe sonst schon genug viele Male im Stau. Dieser ist so oder so ein Problem», sagt Bühler. «Ich stehe aber vollkommen hinter dem Esaf.»

«Sowas erleben wir nicht so schnell wieder»

«Diesen Anlass finde ich super. Das ist toll für das Glarnerland, unser Fest des Jahrhunderts. Sowas erleben wir nicht mehr so schnell», sagt Andrea Kamm aus Mollis. Die Stimmung sei sehr positiv: «Ich wohne direkt am Festgelände, seit zwei Wochen hat das Glarnerlandzelt geöffnet und ich bin jeden Abend nach der Arbeit on tour.» Es sei auch spannend, die Geschäftigkeit und Besucherströme vom Balkon zu beobachten. Die Besucher seien aufgestellt und gut gelaunt, meint sie. «Ich denke, auf den Verkehr sind wir sehr gut vorbereitet, aber Stau wird nicht vermeidbar sein. Es liegt an jedem Einzelnen, das Auto zu Hause zu lassen und mit dem ÖV oder Velo anzureisen», so Kamm. Beeinträchtigt sei sie durch den Grossanlass überhaupt nicht, sie habe sogar Ferien genommen, um das Fest zu geniessen. «Ich bin seit dem Start jeden Tag auf dem Esaf-Gelände.»

«Ich bin kein wirklicher Fan»

Jack Schindler aus Mollis befürworte den Grossanlass im Zigerschlitz, sei aber kein wirklicher Fan. «Als Anwohner habe ich den Aufbau von Anfang an mit Interesse mitverfolgt und keineswegs als störend empfunden», so Schindler. Momentan mache er im Tessin Ferien, hoffe aber, es gebe die nächsten drei Tage kein Verkehrschaos. «Auch wenn ich nicht am Esaf teilnehme, hoffe ich, der Wettergott ist dem Anlass gut gesinnt.»