Die «Rollbar» in Glarus soll so bleiben, wie sie ist – dem Kanton zum Trotz
Wenn es die «Rollbar» im Volksgarten in Glarus nicht geben würde, müsste man sie erfinden. Das zeigt sich schon daran, dass es bei schönem Wetter kaum möglich ist, am Mittag oder am Abend einen freien Tisch im Sommerbistro zu finden. Die «Rollbar» hat im gastronomischen Angebot der «kleinsten Hauptstadt», die ja sonst leider kaum urbanes Flair hat, eine Lücke geschlossen. Plötzlich war es möglich, draussen unter Parkbäumen zu sitzen, etwas zu trinken und den Flaneuren im Park zuzusehen. Die «Rollbar» ist der beste Ort in der Stadt.
Leider ist dieses kleine Stück fast schon mediterraner Lebensfreude der kantonalen Fachstelle Denkmalpflege und Ortsbildschutz offenbar ein Dorn im Auge. Sie ist der Meinung, der «Bauwagen», die «WC-Hütten» und der verkleidete Materialcontainer wirkten im Park «verunstaltend und störend». Ein Eindruck, den sonst wohl kaum irgendjemand hat. Und leider gilt in dieser Sache das einsame Geschmacksurteil des Fachstellenleiters absolut. Dies geht aus den Unterlagen hervor, welche die «Glarner Nachrichten» per Öffentlichkeitsgesetz in der Baudirektion losgeeist haben.
Immer wieder Verzögerungen
Seit die «Rollbar» im Sommer 2018 zum ersten Mal geöffnet hat, ist sie ein Provisorium geblieben. Die Bemühungen der Gemeinde, einen Standplatz herzurichten, der in Bezug auf Hygiene, Wasserversorgung oder Abwasserentsorgung den Standards entspricht, ist durch Einsprachen von privater Seite immer wieder verzögert und jetzt durch die kantonale Fachstelle torpediert worden. Die Baubewilligung ist ungültig, die Gemeinde muss wieder von vorne anfangen. So hat der Kanton entschieden.