Eishockey-Natitrainer in Mollis: «Im Schwingen und Hockey gibts wenig Schauspielerei»
Patrick Fischer erzählte am Mittwochabend im Helferzelt auf dem Gelände des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestst (Esaf) in unterhaltsamer und lebhafter Art Anekdoten aus seinem Leben. Er sprach in Mollis über seine Tätigkeit als Eishockey-Nationaltrainer, seine Zeit in Nordamerika und von Begegnungen mit Indigenen, die ihn tief beeindruckten. Mit seinen Ausführungen sorgte er für Lacher, regte aber auch zum Nachdenken an. Und er versprach: «Wir streben mit der Nati WM-Gold an. Wir sprechen nicht mehr von Medaillen, sondern von Trophäen.»
Der Zuger war auf Einladung der Glarner Kantonalbank nach Mollis gereist und referierte vor rund 100 Zuhörerinnen und Zuhörern. Danach signierte er sein Buch «Game Time – Zwei Welten. Ein Weg», das alle Teilnehmenden erhielten, und nahm sich Zeit für ein Interview.
Patrick Fischer, fällt es Ihnen leicht, vor so vielen Menschen zu sprechen?
Ja, absolut. Vor allem mache ich es sehr gerne. Natürlich passe ich den Inhalt immer wieder etwas an, damit es auch für mich spannend bleibt. Und es ist eine schöne Plattform, den Leuten zu zeigen, wie es bei uns läuft.
Was erhoffen Sie sich von Ihren Referaten?
Dass die Leute etwas lernen und etwas für sich mitnehmen können. Humor ist mir dabei besonders wichtig.
Viele Menschen wird es auch Ende August in Mollis haben. Interessieren Sie sich für Schwingen?
Sehr sogar. Ich war vor sechs Jahren in Zug dabei, als das Esaf praktisch vor der Haustür stattfand. Auch in Pratteln 2022 war ich vor Ort, als Joel Wicki Schwingerkönig wurde. Ich erwarte in Mollis ein spannendes Fest.
Werden Sie es in diesem Jahr ebenfalls verfolgen?
Bestimmt, wohl aber eher am Fernsehen. Vielleicht schaue ich am Sonntag hier vorbei. Im Moment läuft privat sehr viel: Am 6. September feiere ich meinen 50. Geburtstag, und ausserdem steht meine Hochzeit bevor.
Sehen Sie Parallelen zwischen Schwingern und Eishockeyspielern?
Definitiv. Beide Sportarten werden oft verglichen. Die Athleten sind bodenständig und publikumsnah. Der Umgang untereinander ist sehr ehrlich. Es gibt weniger Ausreden und weniger Schauspielerei als in anderen Sportarten.
Wir sind hier in Mollis – haben Sie Berührungspunkte zum Glarnerland?
Eigentlich kenne ich nur die Raststätte Glarnerland (lacht). Wenn ich dort vorbeifahre, weiss ich, dass ich in einer Stunde zu Hause bin. Aber die Natur und die Berge hier gefallen mir sehr, auch wenn ich die Region noch nicht wirklich gut kenne.
Und wer wird Ende August in Mollis Schwingerkönig?
Mein Herz schlägt natürlich für einen Innerschweizer. Glaube aber, dass es ein Berner wird. Als Zuger tippe ich trotzdem auf Joel Wicki.