Ein weiteres grosses Spiel ist gefordert
Es gibt zwei Möglichkeiten, wie die Schweiz die direkte WM-Qualifikation noch schaffen kann. Das einfachste Szenario wäre eine Niederlage oder ein Unentschieden des direkten Konkurrenten Italien gegen Nordirland. Dann würde der Schweiz ein einfacher Sieg (bei einer Niederlage Italiens gar ein Unentschieden) gegen Bulgarien genügen.
Wahrscheinlich ist jedoch, dass Italien gegen die Nordiren gewinnen wird. Dann benötigt die Schweiz einen hohen Sieg. Konkret müssen zwei Tore auf Italien aufgeholt werden. Bei einem 1:0-Sieg Italiens bräuchte es also einen 3:0-Sieg der Schweiz. Bei jedem weiteren Tor Italiens ist ein weiteres Schweizer Tor vonnöten.
René Weber, Südostschweiz-Sportredaktor und Fussballexperte, schätzt die Chancen der Schweiz ein.
Bulgarien – ein schwieriger, aber machbarer Gegner
Die Ausgangslage ist klar: Nationaltrainer Murat Yakin wird offensiv agieren. Denn mit einem Unentschieden oder gar einer Niederlage Italiens kann nicht gerechnet werden. Es braucht also mindestens ein 3:0 gegen Bulgarien. Doch wie realistisch ist ein solch hoher Sieg gegen das viertplatzierte Bulgarien, das bisher in sieben Spielen «nur» zehn Gegentore kassiert hat? Fussballexperte Weber schätzt die Bulgaren als technisch stark ein. Eine Mannschaft, die versucht, das Spiel des Gegners zu zerstören und auf Konter wartet.
Gleiches aber offensiveres System
Trotz weiteren Ausfällen und der Notwendigkeit, einen hohen Sieg einfahren zu müssen, wird Murat Yakin wohl keinen kompletten Systemwechsel vollziehen, glaubt Experte Weber. Heisst: Die Schweiz dürfte wieder mit vier Verteidigern agieren und nicht auf eine Dreierabwehr wechseln. Auch wird die Mannschaft mit einer nominellen Sturmspitze agieren. Mario Gavranovic solls richten, das hat Yakin schon bekannt gegeben. Die Frage ist, was mit dem gegen Italien überzeugenden Noah Okafor passiert? Er könnte im Mittelfeld zum Einsatz kommen. Von einem Doppelsturm geht René Weber nicht aus. Aber: Alle Spieler werden ihre Rolle offensiver ausrichten.
Die Ausgangslage bei einem Scheitern
Dass die Schweiz den zweiten Platz auf sicher hat, dürfte die Mannschaft beruhigen. Denn auch wenn die direkte Qualifikation für die WM nicht gelingen sollte, hat man noch eine Chance auf die WM in Katar im Winter 2022. Doch der Gang in die Play-offs, wo mögliche Gegner Portugal oder Russland heissen, wird kein einfacher sein. Von den zwölf Teams, welche die Play-offs bestreiten, können sich nur deren drei für die WM qualifizieren.