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Das spricht gegen Italien

Italien plagt ähnliche Verletzungssorgen wie die Schweiz. Doch nicht nur das lastet auf dem Europameister. Der italienische Motor ist nach der EM ins Stottern geraten.

15.11.21 - 17:03 Uhr
Fussball
Die Sorgenfalten des italienischen Nationaltrainers Roberto Mancini sind nicht kleiner geworden.
Die Sorgenfalten des italienischen Nationaltrainers Roberto Mancini sind nicht kleiner geworden.
Bild Keystone

Wer schafft die direkte Qualifikation für die Fussball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar? Auf den ersten Blick scheint vieles für Italien zu sprechen. Doch nach dem Gewinn des Europameistertitels sind die Italiener nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Aus den letzten vier Qualifikationsspielen ging Italien nur einmal als Sieger vom Platz. Zweimal gegen die Schweiz und einmal gegen Bulgarien gab es ein enttäuschendes Unentschieden. Einzig gegen Litauen wurden die Italiener mit einem 5:0 ihren Erwartungen gerecht. Dank diesem hohen Sieg behalten die Italiener die besseren Karten in ihren Händen. Trotz gleich vielen Punkten liegen die Italiener vor den Schweizern. Grund ist die viel diskutierte bessere Torbilanz. Doch auch diese nützt unserem südlicheren Nachbarn nichts, wenn sie gegen Nordirland nicht gewinnen sollten. Vorausgesetzt, die Schweiz gewinnt ihre Partie gegen Bulgarien.

Nordirland – ein schwieriges Pflaster

Selbstverständlich gehen die Italiener gegen Nordirland als Favoriten ins Spiel. Bereits ein 1:0-Sieg für Italien stellt die Schweiz vor eine äusserst schwierige Ausgangslage. Dann müsste die Schweiz nämlich mit 3:0 gewinnen. Bei einem 2:0 Italiens wäre ein 4:0 der Schweiz nötig.

Doch in Nordirland kam bisher noch kein WM-Qualigegner zu einem Tor. Die Schweiz, Bulgarien und Litauen scheiterten und bezogen ein 0:0-Unentschieden oder verloren mit 1:0 (Litauen). Die stolzen Nordiren dürften gegen den Europameister besonders motiviert sein, diese Statistik beizubehalten. Die kämpferisch starke und disziplinierte Mannschaft zeigte sich bisher als Bollwerk, das nur schwer zu durchbrechen ist, zu Hause erst recht. In allen sieben bisherigen Spielen kassierte die Mannschaft zudem nur sieben Gegentore.

Zerbricht Italien am Druck?

Der Druck ist aufseiten der Italiener ungemein höher als aufseiten der Schweizer. Eine direkte Qualifikation für die WM wäre für die Schweiz eine kleine Sensation, der Gang in die Play-offs das von Anfang an wahrscheinlichste Szenario. Für Italien wäre die Platzierung hinter der Schweiz eine Blamage. Gezeigt hat sich der Druck wohl auch im letzten Spiel zwischen Italien und der Schweiz. Der erste verschossene Penalty im Hinspiel kann man mit der Glanzleistung des nervenstarken Yann Sommers im Tor der Schweizer entschuldigen. Den zweiten verschossenen Elfer, ein Schuss übers Tor, dürfte mit dem Druck erklärt werden. Dieser Druck hat seither zugenommen.

Wie schwer wiegen die Ausfälle?

Nicht zuletzt hat Italien-Trainer Roberto Mancini viele Ausfälle zu beklagen. Auch am Montagabend wird Innenverteidiger Giorgio Chiellini fehlen. Ausgerechnet in der Verteidigung muss Mancini auf weitere Abwehrkräfte verzichten. Neu auf der Verletztenliste sind die Verteidiger Alessandro Bastoni, Davide Calabria und Cristiano Biraghi.

Und noch immer verletzt sind Stürmer Ciro Immobile und die Mittelfeldspieler Marco Verratti, Lorenzo Pellegrini und Nicolo Zaniolo. Zwar hat Italien ein grosses Reservoir an guten Spielern, der Qualitätsverlust dürfte sich aber bemerkbar machen.

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