Wenn Guarda seine Ziegen feiert
Mit dem Heulader wird die kleine Schar von Kindern aus Guarda zu den Ziegen gebracht. In der blauen Bauernbluse, dem roten Halstuch und dem Filzhut sehen die Kinder sehr nach Chalandamarz aus, doch an diesem Tag haben sie sich für die «Schelpcha» so herausgeputzt, für den Alpabzug.
«Vè, sila, vè»
Plötzlich öffnet Hirte Lukas den Zaun, ruft im reinsten Romanisch: «Vè, sila, vè» (Komm, Ziege, komm) – und schon geht es bergab. Unzählige Schaulustige säumen die Strasse durch das kleine Bergdorf. Voraus fährt ein mit Blumen dekorierter Mähtraktor, gefolgt von rund 70 Ziegen und den Dorfkindern.
Am Schluss sind alle Ziegen heil beim Festplatz mit Markt und Wirtschaft angekommen. Mittlerweile haben sich die Jugendlichen des Dorfes auf die Hänge oberhalb von Guarda postiert. Sie lassen die Geisseln knallen, während schon der nächste Umzug folgt: die Schafe. Später werden noch die Kühe folgen. Doch zuerst gibt es Zigeuner-Spiesse und Raclette, Spiele für die Kinder und feine regionale Produkte zum Kaufen.