Regierungsräte zu Besuch in Bondo
Die Regierungsräte Christian Rathgeb und Mario Cavigelli und Lucas Caduff, Kommandant der Territorialdivision 3, sowie Mitglieder des Krisenstabs haben am Samstag die Sperrzone Spino und Bondo besucht. «Nach dem letzten Murgang hat sich die Situation ganz wesentlich verändert», sagt Rathgeb. Er geht davon aus, dass die Einsatzkräfte des Kantons noch längere Zeit vor Ort sein werden. Der Sicherheitsdirektor hat sich auch mit Caduff über den Einsatz von Militärtruppen abgesprochen.
In Promontogno sind mittlerweile Militärtruppen eingetroffen. «Wir haben einerseits die Gebirgsspezialisten, die das ganze Gelände beobachten und alarmieren. Als Zweites haben wir Löschwasserbecken gebracht, damit die Feuerwehr im Notfall genügend Löschwasser zur Verfügung hat. Und schliesslich ist ein Detachement von Übermittlungsspezialisten angekommen», informiert Caduff. Sie installieren ein Richtstrahl-System für Sprach- und Datenübermittlung, welches die Betriebssicherheit der Alarmierung bei weiteren Murgängen sicherstellt.
Spino ist stark beschädigt
Der Besuch in Bondo hat die Regierungsräte beeindruckt. «Es herrscht eine gespenstische, ruhige Stimmung», erzählt Rathgeb. Er habe Bondo in erster Linie besucht, um zu schauen, welche Vorkehrungen getroffen wurden, damit die Häuser unversehrt bleiben. Cavigelli hingegen hat eine Bestandesaufnahme der Infrastrukturen gemacht. Er betont die Bedeutung der Schäden am Trassee der alten Kantonsstrasse «Es ist die Strasse, welche für die Einheimischen, für die italienischen Pendler und für die Touristen eine sehr bedeutende Achse ist. Es ist aber auch die Erschliessung für Soglio und für das Spital. Hier muss schnell etwas passieren», sagt Cavigelli. Es hat Unterspülungen beim Trassee gegeben. Wenn nichts unternommen wird, könnte die Strasse wegspülen und die Verbindung wäre unterbrochen.
Spino hat gemäss den ersten Eindrücken von Cavigelli grossen Schaden genommen. «Einige Häuser sind sehr schwer beschädigt», erzählt er. Laut Cavigelli wird das Infrastrukturdepartement die nächsten fünf, sechs Jahre im Bergell präsent sein. Auffangbecken, Bachsperren, Murgangsperren, Dämme oder Schutzmauern, das seien Massnahmen, die nun abgeklärt werden müssen.
Christian Rathgeb, Vorsteher des Bündner Departements für Justiz, Sicherheit und Gesundheit, erzählt der «Südostschweiz»-Redaktorin Fadrina Hoffmann, weshalb er Bondo besucht hat, welche Eindrücke er gewonnen hat und was ihm beim Anblick der Gemeinde durch den Kopf ging.
Auch Mario Cavigelli vom Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement wollte vor Ort einen Eindruck der Lage bekommen. Er ist froh dort gewesen zu sein, versichert er Fadrina Hoffmann. Weiter erklärt er ihr, weshalb Bregaglia nun eine grosse Bedeutung zukomme.