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Ereignisse

Glarner Pendler nehmens locker

Fahrplan-Kenntnisse sind hilfreich, wenn Züge frühmorgens nicht mehr direkt nach Zürich fahren.
06.09.2017, 17:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Der Kluge reist im Zuge, heisst es. Pünktlich, ohne Stress im Stau in Zürich anzukommen, ist die tägliche Erwartung der Fernpendler. Und sie wird auch meistens erfüllt. Ausser, wenn wie am Mittwochmorgen um fünf in der Früh ein Bau-Zug zwischen Zürich und Chur entgleist. Genauer zwischen Au und Wädenswil. Wegen eines entgleisten Schotterwagens musste die Strecke gesperrt werden. Personen kamen keine zu Schaden. Um elf Uhr meldeten die SBB die Behebung der Störung.

«Schlecht informiert und ungemütlich», so fasst Dominic Fuhrer aus Glarus den Bericht über seine Bahnfahrt nach Zürich zusammen. Um 6.43 Uhr war er wie gewohnt in die S6 Richtung Zürich gestiegen. Von der Streckensperrung wusste er da noch nichts. Nach dem Umsteigen in Ziegelbrücke erfuhr er im Zug von Chur nach Zürich, dass dieser nur bis Pfäffikon fahre und Reisende über das rechte Zürich-Seeufer nach Zürich reisen, also auf die S5 via Rapperswil ausweichen sollten.

«Wenn ich das vorher gewusst hätte, wäre ich anders gefahren», sagt Fuhrer. «Das Umsteigen und die Fahrt in der pumpenvollen S5 war schrecklich.»

Eine halbe Stunde später nach ihm hat Pendler André Maerz den direkten Zug nach Zürich in Glarus bestiegen. In Ziegelbrücke erfuhr er von der Zugentgleisung.

«Als geistesgegenwärtiger Fahrplan-Kenner wechselte ich sofort auf die nebenanstehende S4 Richtung Uznach, die sofort losfuhr«, sagt Maerz. Dann in Uznach schnell umsteigen und mit dem Voralpenexpress nach Rapperswil und von dort mit der S5 sofort weiter nach Uster und Zürich. Seine Fahrt habe sich dadurch «nur» um eine Viertelstunde verlängert. Das sei sicher besser gewesen, als in der S25 auf unbestimmte Zeit sitzen zu bleiben.

So wie die beiden Glarner Pendler mussten viele Pendler auf andere Möglichkeiten ausweichen, sei es auf bereitgestellte Bahnersatzbusse in Wädenswil, aufs Kursschiff über den See, oder vielleicht auch übers Internet auf sofort angebotene Mitfahrangebote im Auto.

«Störungen gehören zum Pendeln dazu», meint Fuhrer. In den Ferienmonaten sei er weniger als auch schon betroffen gewesen. Und letztlich sei er dann doch nur eine halbe Stunde später in Zürich eingetroffen. Da er zufällig auf einem Leserfoto auf «Blick»-Online zu sehen war, war sein Büro sogar schon über alles im Bilde.

Pendlerverkehr aus Chur stoppte zu früh

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