So reagiert ihr bei einem Erdbeben richtig
In der Schweiz bleiben wir grossmehrheitlich von regelmässig wiederkehrenden, stärkeren Erdbeben verschont. Doch auch hierzulande ist die seismische Aktivität nicht ungewöhnlich. Der Schweizerische Erdbebendienst verzeichnet rund 1500 Erdbeben pro Jahr. Bei einem Grossteil dieser Erdbeben handelt es sich jedoch um sogenannte Mikrobeben. Zum Vergleich: Spürbar sind pro Jahr etwa zehn bis 20 dieser Beben. Um die Bevölkerung bestmöglich vor den Folgen von potenziellen Beben zu schützen, gibt es diverse Frühwarnsysteme. Doch auch die Technik kann sich irren, wie sich am Mittwochabend gezeigt hat. So vermeldete der Schweizerische Erdbebendienst auf Twitter, dass bei Stierva die Erde gebebt habe. Was die Sensoren aber tatsächlich registriert haben, war ein sehr starkes Beben in Papua-Neuguinea. Gebebt hat es am Mittwochabend in Graubünden aber wirklich – und zwar in Tiefencastel. Das Erdbeben hatte eine Stärke von 2,6. Zur Einordnung: Ab einer Magnitude von fünf oder mehr sind schwere Gebäudeschäden zu erwarten.
Es bebt – was nun?
Die wichtigste Handlung bei einem Erdbeben erscheint auf den ersten Blick kontraintuitiv – man sollte sich nämlich ins Freie retten. Dabei sollte man versuchen, einen möglichst grossen Abstand zu Gebäuden, Brücken, Strommasten und grossen Bäumen zu haben, wie die Gebäudeversicherung Bern schreibt. Auch wichtig: Der Uferbereich von Gewässern ist ebenfalls zu meiden, da grosse Wellen auftreten können. Sollte es möglich sein, das Gebäude zu verlassen, sollte man dabei sicherstellen, dass der Weg zum Ausgang sicher ist, sprich keine Gegenstände herunterfallen können.
Ist es nicht möglich, das Gebäude zu verlassen, sollte man versuchen, sich in Deckung zu bringen. Dazu eignet sich beispielsweise ein stabiler Tisch. Auch sollte man sich nicht in der Nähe von Fenstern oder Glaswänden aufhalten, da diese bersten könnten.
Auch für Autofahrerinnen und Autofahrer hat die Gebäudeversicherung entsprechende Ratschläge. Das Fahrzeug sollte, sofern der Vorgang sicher ist, angehalten werden. Während des Bebens unbedingt im Fahrzeug sitzen bleiben – und wenn irgendwie möglich nicht auf Brücken, in Tunnels oder Unterführungen anhalten. Auch hier gilt: Die Nähe zu Gebäuden am Strassenrand ist zu vermeiden.