×

Nach schwerer Erkrankung: Klinik folgt auf das Spital

Die Erkrankung der Lungenkrankheit COVID-19 kann sehr unterschiedlich verlaufen. Sie reicht von kaum spürbar über mild bis hin zu sehr schwer. Bei schweren Fällen wird der Besuch einer Rehaklinik unausweichlich sein, weil die Lungen sehr stark beschädigt sind. Zwei Kliniken der Region haben sich darauf vorbereitet.

 

Bettina
Cadotsch
Montag, 06. April 2020, 04:30 Uhr Coronavirus COVID-19
Die Höhenklinik in Davos hat sich bereits auf geheilte COVID-19 Patientinnen und Patienten vorbereitet.
DAVOSER HÖHENKLINIK

Die Schweizer Spitäler haben sich in den vergangenen Wochen auf eine Corona-Welle eingestellt und vorbereitet. Beispielsweise wird auf Beschluss des Bundesrates schweizweit auf Eingriffe, die nicht lebensbedrohlich oder notwendig sind, verzichtet. Damit soll sichergestellt werden, dass genügend Betten für die Behandlung von COVID-19-Patientinnen und - Patienten bereitgestellt werden können. Auch im Kanton Graubünden wurde auf Wahleingriffe verzichtet und zugleich die Kapazitäten in Intensivstationen gesteigert.

Vorbereitet haben sich jedoch auch Rehakliniken. In Abstimmung mit dem Kanton Graubünden und dem Kantonsspital Graubünden möchte beispielsweise das Rehazentrum Valens Patientinnen und Patienten aufnehmen, damit die Akutspitäler im Ernstfall entlastet werden können. «Wir ziehen gar in Betracht, eine Coronastation einzurichten und Menschen, die akut erkrankt sind, zu behandeln», so Till Hornung, CEO der Kliniken Valens. «Geheilte Patienten haben wir jetzt bereits bei uns in der Reha», sagt er weiter. Die Klinik Valens sei dafür eingerichtet und es gebe genügend Personal sowie genügend Schutzmaterial, auch akut erkrankte Patientinnen und Patienten bei sich aufzunehmen, fügt Hornung an. Zurzeit sei man jedoch noch in Abklärungen.

Bei der Hochgebirgsklinik Davos bereitet man sich ebenfalls darauf vor, Patientinnen und Patienten aufzunehmen. «Wir nehmen jedoch keine infektiöse Patienten auf, sondern nur auskurierte», sagt Georg Schäppi, Rektor der Rehabilitationsklinik, derer Spezialgebiete auch Atemwegserkrankungen sind. «Dafür sind wir vorbereitet, das ist bereits alles aufgegleist», fügt Schäppi an. Akut erkrankte Personen könne man aufgrund der Sicherheit und Schutzmassnahmen nicht aufnehmen.

Welche Bedeutung Rehakliniken in Zeiten der Coronavirus Pandemie haben werden, kann zurzeit noch nicht beantwortet werden. «Dafür fehlen die Erfahrungen. Sie dürften jedoch sicherlich wichtig sein», so Schäppi. Sicherlich wird sich dies auch erst verzögert zeigen, wenn die Patientinnen und Patienten in den Spitälern sind oder waren. «Aufgrund der Berichte der akuten Kliniken sieht man, dass die Lungen einiger Patientinnen und Patienten zum Teil happige Zustände haben und stark beschädigt sind». Es handle sich dabei nicht um normale Lungenentzündungen.

Subtile Abzeichen bis schwer krank

Der durch das neue Coronavirus verursachten Krankheit hat die WHO am 11. Februar 2020 den Namen COVID-19 gegeben, kurz für «coronavirus disease 2019» oder auf Deutsch Coronavirus-Krankheit 2019. Wer an der Lungekrankheit COVID-19 erkrankt, kann unterschiedlich schwer davon betroffen sein. «Es gibt viele Leute, die das Virus haben und es gar nicht merken», erklärt Schäppi. Wie schwer die Symptome wie beispielsweise Fieber, Husten und Halsschmerzen ausfallen, kann sich individuell unterscheiden. Bei einem Grossteil der Infizierten scheint die Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus sehr mild zu verlaufen. 

Die happigeren Fälle müssten jedoch im Spital behandelt werden. In vielen Fällen auch mit Sauerstoff. In der Fachsprache werde dabei auch von Intubieren gesprochen, so Schäppi. Die Lungen können dadurch sehr gestressst und geschädigt sein, weil der Kunststoffschlauch das Gewebe verändern kann. Das ist sehr unangenehm und kann das Atmen auch nach einer Heilung der Krankheit einschränken, erklärt Schäppi. Im Rahmen einer Reha könne das eingeschränkte Atmen behandelt werden. (can)

Kommentar schreiben

Kommentar senden

SO schreibt:
In vielen Fällen auch mit Sauerstoff. In der Fachsprache werde dabei auch von Intubieren gesprochen, so Schäppi. Die Lungen können dadurch sehr gestresst und geschädigt sein, weil der Kunststoffschlauch das Gewebe verändern kann. Das ist sehr unangenehm und kann das Atmen auch nach einer Heilung der Krankheit einschränken, erklärt Schäppi. Im Rahmen einer Reha könne das eingeschränkte Atmen behandelt werden.
Ich schreibe:
Inwieweit Lungenschäden reversibel sind, sei es von COVID-19, Intubation oder COPD (Feinststaub, Nano), ich bin da skeptischer als die Reha-Anbieter, und propagiere Vorbeugung/Schadensverhütung: «Gesundheitstourismus auch für Einheimische»:
https://turnaround-to-eden.webnode.com/
https://www.bluewin.ch/de/news/wissen-technik/beatmungsgeraete-mehr-sch…