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Offene Türen in Graubünden

Im Kanton Graubünden sind in den letzten Tagen immer wieder Massnahmen wegen des Coronavirus eingeführt worden. Unter anderem führte dies am Montag zu einem Lockdown. Nur noch vereinzelte Läden und Betriebe sind geöffnet. Auch die drei Bündner Landi Filialen führen ihren Betrieb weiter. Jedoch gibt es in den Läden Veränderungen.

Anna
Panier
Freitag, 20. März 2020, 04:30 Uhr Landi-Läden
In Graubünden bleiben die Landi Filialen weiterhin geöffnet.
ARCHIV

Kein anderes Thema hat die Menschen in den letzten Tagen so bewegt wie das Coronavirus. Täglich wurden neue Nachrichten dazu veröffentlicht. Ärzte, Forscher und Politiker gaben ihr Urteil ab. Vermehrt wurden Fälle von Erkrankungen bekannt. Und das Leben wurde aufgrund verschiedener Massnahmen eingeschränkt. So auch in Graubünden.

Die kantonale Regierung traf anfangs Woche die Entscheidung, dass so ziemlich alle Betriebe schliessen mussten. Nur Läden und Lokale, die Güter des täglichen Bedarfs anbieten, dürfen ihren Betrieb weiterführen. Dazu gehört auch die Landi Schweiz.

Mit Einschränkungen geöffnet

In Graubünden gibt es drei Landi Filialen. Diese befinden sich in Landquart, in Schluein und in Thusis. Wie Heidi Niederberger, Leiterin Medienstelle Landi Schweiz AG, auf Anfrage erklärt, haben diese Landi-Läden alle geöffnet, jedoch mit Sortimentseinschränkungen. Denn die Landi Läden bieten ein gemischtes Angebot an. Von Gartenzubehör, über Elektrogeräte bis hin zu Lebensmitteln und viele andere Produkte. Sie gelten darum als Mischbetriebe.

Laut Kanton dürfen aber nur noch Güter des täglichen Gebrauchs verkauft werden. Wie handhabt das also Landi? Niederberger erklärt: «Die Kunden erhalten weiterhin Lebensmittel und Güter des täglichen Gebrauchs wie beispielsweise Tierfutter, Tabakwaren, Hygieneartikel und Papeterieartikel sowie Produkte für die Landwirtschaft.» Alle Sortimente, die nicht verkauft werden dürften, seien sichtbar abgesperrt, damit dem Kunden bewusst sei, was gekauft werden könne und was nicht.

Verständnis ist da, Einnahmen sind weg

Auch wenn die Landi in Graubünden weiterhin ihre Türen nicht schliessen muss, bestehen Schutz- und Hygienemassnahmen, an die sich die einzelnen Betriebe halten müssen. Niederbeger betont: «Wir sorgen dafür, dass sich nicht zu viele Personen gleichzeitig im Laden aufhalten. Wir bitten die Kundinnen und Kunden, Abstand zu halten, insbesondere an den Kassen. Zudem fördern wir den Einsatz von bargeldlosen Zahlungsmitteln.»

Auch würden neuralgische Stellen wie die Oberflächen an den Kassen oder Bedienfelder von Zahlterminals gereinigt und desinfiziert werden. Die Mitarbeitenden würden ihre Hände gründlich waschen und seien in der Umsetzung der Hygienemassnahmen geschult.

Trotzdem besteht in geöffneten Läden das Risiko einer Ansteckung. Darum vermeiden viele Leute überhaupt den Gang in einen Laden. Das macht sich bei den meisten Unternehmen vermehrt bemerkbar. Auch an der Landi AG geht die Situation nicht spurlos vorbei. Denn laut Niederbeger kommen zurzeit deutlich weniger Kunden in die Läden. «Zahlen können wir momentan keine nennen. Aber einen finanziellen Schaden wird dies sicherlich mit sich bringen.» Trotzdem verstünde die Landi AG das Vorgehen des Kantons Graubünden und des Bundes. «Jetzt, wenn die Massnahmen vor allem soziale Distanz schaffen wollen, ist die geforderte Beschränkung der Sortimente nachvollziehbar», meint Niederbeger.

Falls eine Komplett-Schliessung angeordnet werden würde, sei dies jedoch schwierig. Niederberger sagt: «Wir haben den Auftrag, die Grundversorgung für unsere Kundinnen und Kunden sicherzustellen. Mit einer Schliessung der Läden wäre dies nicht mehr möglich.» Zurzeit stünde das aber nicht zu Debatte. Die Läden seien geöffnet und es würden weiterhin die behördlichen Vorgaben befolgt werden.

Churer Neubau wird noch verschont

Das Coronavirus schränkt die Landi Filialen in Thusis, Landquart und Schluein ein, jedoch nicht den Neubau in Chur. Seit 2017 gibt es Pläne, für eine Landi Filiale an der der Emserstrasse in Chur West. Der Neubau wäre somit die vierte Landi Filiale im Kanton. Wie Niederberger erklärt, soll sich an dem auch nichts ändern. Bisher beeinflusste die aktuelle Situation um das Coronavirus den Neubau in Chur nicht.

«Die Baustelle läuft aktuell normal weiter. Ob dies auch in den nächsten Wochen und Monaten der Fall ist, können wir derzeit nicht beantworten.» Hinter dieser Unsicherheit stecken zwei Gründe: «Entscheidend für den weiteren Bauverlauf sind beispielsweise der Nachschub durch Zulieferer und ob vom Bund weitere verschärfende Massnahmen verhängt werden», so Niederberger. Aussagen zum geplanten Eröffnungstermin im Herbst 2020 könnten momentan noch nicht gemacht werden.

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