Schön und neu, aber unbewohnt
In der Schweiz stehen 1,66 Prozent des Gesamtwohnungsbestandes leer. Diese Zahl veröffentlichte kürzlich das Bundesamt für Statistik (BFS). Während dieser Prozentsatz nur in den Jahren 1997/98 höher ausfiel, bedeutet die absolute Anzahl von 75'323 Leerwohnungen ein Allzeitrekord.
Mit 1,68 Prozent Leerwohnungen im Kanton Graubünden respektive 1.71 Prozent für Glarus bewegen sich die Südostschweizer Kantone leicht über dem nationalen Mittel. Am wenigsten leere Wohnungen gibt es im Kanton Zug, wo 244 Wohnungen leerstehen (0,42 Prozent des Bestandes). Das Schlusslicht auf kantonaler Ebene bildet der Kanton Solothurn mit einer Leerstandesquote von satten 3,4 Prozent ihres Bestandes.
Leere Bündner Neubauten, (H)ausverkauf in Glarus
Schlüsselt man die leerstehenden Immobilien im Kanton Graubünden etwas weiter auf, wird ersichtlich, dass im vergangenen Jahr die Anzahl leerstehender Neubauten zugenommen hat. Als «Neubaute» gilt gemäss der Statistik des Bundesamtes eine Immobilie, die nicht älter als zwei Jahre ist. Zählte das BFS 2018 noch 257 solche leerstehenden Neubauten, sind es nun aktuell 421. Dies entspricht einem Plus von über 60 Prozent. Im nationalen Trend blieb die Zahl leerer Neubauten hingegen konstant.
Im Kanton Glarus waren im vergangenen Jahr 35 Immobilien mit dem Aushang «zu verkaufen» versehen. Diese Zahl hat sich nun auf 77 Immobilien hochgeschraubt und damit mehr als verdoppelt. Mit einem leichten Rückgang leerstehender Mietwohnungen resultieren insgesamt 391 leere Immobilien im Kanton Glarus.
Wie sieht es in Eurer Gemeinde aus?
Mit der interaktiven Grafik des Bundesamtes für Statistik könnt ihr schauen, wie sich die Zahlen in eurer Gemeinde entwickelt haben. Oben links in der Grafik, könnt Ihr auf die Erhebung des Vorjahres schalten und oben rechts zwischen der kantonalen und kommunalen Ansicht wechseln.
Leerwohnungen:
In der Leerwohnungszählung gelten (anders als bei der Gebäude- und Wohnungszählung) nur diejenigen Wohnungen als Leerwohnungen, die auf dem Markt zur Dauermiete bzw. zum Kauf angeboten werden. Es werden alle bewohnbaren Wohnungen berücksichtigt, unabhängig davon, ob sie möbliert oder nicht möbliert sind; mitgerechnet werden auch leerstehende Ferien- oder Zweitwohnungen, sofern sie das ganze Jahr bewohnbar sind. Unter der Leerwohnungsziffer versteht man den prozentualen Anteil der leer stehenden Wohnungen (Stichtag: 1. Juni) am Gesamtwohnungsbestand der registerbasierten Gebäude- und Wohnungsstatistik (GWS) des Vorjahres.