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Wirtschaft

Google-Manager lockt Zuhörer ans Buffet

Am jährlichen Unternehmerfrühstück von Rapperswil-Jona sprach der Marketingleiter von Google, Yves Maeder, im Joner «Kreuz» über mobiles Internet. Unternehmer müssten darauf achten, dass ihre Websites schnell geladen werden.
Jérôme Stern
03.11.2017, 04:30 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

Einen solchen Aufmarsch gibts im Joner «Kreuz» nicht alle Tage. Gut 360 Personen besuchten gestern um 7 Uhr morgens das traditionelle Unternehmerfrühstück. Grund für den Grossaufmarsch war auch der diesjährige Gastredner Yves Maeder, Mitglied der Geschäftsleitung von Google Schweiz.

Zurückhaltender Auftritt

Bei seinem Auftritt wirkte Maeder bescheiden, klang eher wie ein Versicherungsberater, denn wie ein Computer-Guru. Gleichwohl erwähnte er stolz, dass seine Firma in Zürich 2400 Mitarbeiter beschäftige und diese Niederlassung der grösste Entwicklungsstandort ausserhalb Nordamerikas sei. «Bis 2020 wollen wir in Zürich weitere 50 000 Quadratmeter Arbeitsraum schaffen und damit Platz für 5000 Mitarbeiter bieten.»

Damit kam Maeder zum zentralen Punkt seiner Rede: der Verlagerung der Internetnutzung weg vom Desktopcomputer hin zum Smartphone. «Immer mehr Leute surfen mobil im Internet, seit gut einem Jahr überwiegen in der Schweiz die Suchanfragen per Smartphone.» Laut Maeder ist der Knackpunkt bei mobilen Suchanfragen die Ladezeit: «Es gibt nichts Ärgerlicheres, als lange warten zu müssen. Drei Sekunden Ladezeit beurteilte der Google-Manager als gut. Bei jeder zusätzlichen Sekunde würden Betreiber einer Website Interessenten verlieren.

Weil es zur Prüfung von Ladegeschwindigkeiten ein eigenes Programm von Google gibt, machte Maeder mit der Website der Stadt gleich die Probe aufs Exempel. «Ich brauchte fünf Sekunden, das geht noch in Ordnung», fand er. Trotzdem würden da schon rund 20 Prozent aufgeben. «Achten Sie als Unternehmer darauf, dass ihre Website möglichst schnell geladen wird.»

Dass ein vorbereiteter Film wegen technischer Probleme nicht gezeigt werden konnte, nahm er gelassen: «Typisch. Wenn Google mal etwas vorführen will, klappt es nicht.»

Viele gute Fragen

Richtig spannend wurde Maeders Auftritt bei der anschliessenden Fragerunde. Ob es sich lohne, eine neue App fürs Smartphone zu entwickeln, wollte eine Zuhörerin wissen. Maeder verneinte. Erstens gebe es heute Programme, mit denen man Kunden alle Vorteile einer App ohne deren teure Entwicklungskosten anbieten könne. «Zweitens muss Ihre App im Internet auch gefunden werden.» Auch das koste viel Geld. Er empfahl, stattdessen auf neue Entwicklungen zu setzen.

Google sei wie ein Elefant, fand die nächste Fragestellerin. «Was in der Suchmaschine mal abgespeichert ist, bleibt auch drin. Aber wie kann man einen Beitrag löschen lassen?»

Gute Frage, entgegnete Maeder. «Sie können Google ein Feedback geben. Dann prüfen wir, ob ein Artikel gelöscht wird.» Die Antwort schien jedoch weder die Zuhörer noch den Redner selber zu überzeugen. Deshalb legte er nach: «Sorgen Sie dafür, dass möglichst viele weitere Berichte über Sie erscheinen», riet er. Das bewirke, dass ein unerwünschter Beitrag auf Seite 2 rutsche. «Es gibt kein besseres Versteck als die Seite 2 bei Google.»

Nach weiteren kritischen Fragen verabschiedete sich Maeder mit den Worten: «Sie haben es mir heute nicht einfach gemacht.»