Forscher fordern besseren Zugang zu Gesundheitssystem für Migranten
Hinter dem «Statement on Migration and Health» stehen der Verband europäischer Wissenschaftsakademien «Allea - All European Academies» und die «Federation of the European Academies of Medicine» (FEAM). Erstere verbindet 60 Wissenschaftsakademien aus über 40 Ländern Europas. In der Feam sind Akademien aus 17 europäischen Ländern gebündelt, die sich mit Medizin und Gesundheit befassen.
Gemeinsam fordern die Wissenschaftsorganisationen die Politik auf, die Gesundheit von Migranten europaweit besser zu schützen. Dieses Thema sei bisher vielfach stark vernachlässigt worden, obwohl laut Studien ein verbesserter Zugang zu medizinischen Leistungen die Gesundheitssysteme langfristig auch finanziell entlasten würde, heisst es in dem Statement.
Ausserdem wird gefordert, dass es bessere, mehr und besser vergleichbare Daten und eine breitere Diskussion über Gesundheitsmythen rund um Migration und Flucht brauche. Migranten würden nämlich keineswegs eine Gefahr für die Gesundheit von EU-Bürgern darstellen, so die Forscher.
Darüber sollten auch wissenschaftliche Einrichtungen die Öffentlichkeit besser und umfassender informieren. Eine der zentralen Forderungen besteht darin, Migranten einen umfassenderen und einfacheren Zugang zu Gesundheitsservices zu gewähren und sie besser über Angebote zu informieren.
«Zumindest zur Grundlagen- und Notfallversorgung sollten auch illegal Eingereiste sowie Migranten ohne Papiere Zugang haben», heisst es in dem Aufruf. Unter Wahrung des Datenschutzes sollte überdies beispielsweise auch die Weitergabe von Gesundheitsinformationen, wie etwa dem Impfstatus, über Länder hinweg verbessert werden.
Statement online: http://go.apa.at/SIGCOLUI